Rundreise Teil 4

Rundreise Teil 4

Die kleine Insel Fogo

Am Donnerstag ging unser Flug nach Fogo, einer kleinen und der geologisch jüngsten der Kapverdischen Inseln. Nur 15 Minuten nach dem Start setzte die kleine Maschine schon wieder auf dem Rollfeld auf. Die Fähre hätte ca. 6 h gebraucht.

Für die nächsten 2 Nächte dürfen wir hier in der Pension ‘Colonial Guesthouse’ im Ortszentrum der im Südwesten gelegenen Inselhauptstadt Sao Filipe verbringen. Dieses Haus hat wirklich Flair, man fühlt sich in vergangene Zeiten versetzt.

Am nächsten Morgen holte uns eines der knallgelben Taxis vom Hotel ab. Der Fahrer bemerkte wohl unsere verwunderten Gesichter und gab uns kurz zu verstehen, dass der Guide erst später zusteigt. Janny wohnt weiter oben in den Bergen. Die Familie betreibt hier eine Landwirtschaft. Weiter ging es auf der sich in Serpentinen windenden Pflasterstrasse in das Gebiet des Pico de Fogo. Der Vulkan ist noch aktiv. Der letzte Ausbruch war erst 2014!

Ein Ort wurde unter der Lava begraben. Die Menschen konnten rechtzeitig evakuiert werden. Ihnen wurden von der Regierung auch mit deutscher Unterstützung neue Häuser zur Verfügung gestellt. Sie wollten aber dort nicht bleiben. Sie sind Bauern und hatten hier kein Land, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. So kehrten bereits 5 Monate nach dem Ausbruch die ersten Familien an den Ort zurück, um ihre Häuser neu zu bauen. Auch die einzige Straße durch dieses Gebiet ist nicht mehr passierbar. Man ist dabei eine neue Straße durch das neu geformte Gelände zu bauen.

Zunächst gab es keine Unterstützung von staatlicher Seite. Das hat sich inzwischen geändert. Aktuell wird ein neues Schulgebäude und eine Gesundheitsstation errichtet. Auch das Gebäude der Weinkooperative wurde durch die Lava zerstört. Die Weinfässer konnten rechtzeitig umgelagert werden. Die Anbauflächen wurden immer weiter vergrößert, so wurde der neue Winzerbetrieb den steigenden Anforderungen angepasst.

Es war eine beeindruckende Fahrt über Lavapisten, denn die neue Strasse ist noch nicht fertig. Vorbei an Menschen, die unermüdlich arbeiten, um sich eine neue Lebensgrunslage zu schaffen. Vorbei an Häusern, die mehr oder weniger tief im Lavafeld stecken, daneben die neuen aus Lavasteinen errichteten Häuser in traditioneller Bauweise oder aus Betonsteinen. Zwischendrin immer wieder grüne Oasen inmitten der schwarzen Lava.
Einige der Fotos sind aus dem Auto entstanden, Reflektionen ließen sich nicht ganz vermeiden.

Wir fuhren den gleichen Weg zurück und umrundeten die Insel im Osten beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Landschaft änderte immer wieder ihren Charakter. Da gab es trockenere Bereiche mit Sisal und Aloe als Erosionsschutz. Dann war die Rückseite des Kraters zu sehen.

Weiter führt der Weg Richtung Norden nach Mosteiros, wo wir in einem Restaurant, das quasi auf einem kleinen Gipfel schwebt, unser Mittagessen einnehmen. Janny hatte unsere Menü-Auswahl von unterwegs per Telefon mitgeteilt. Die Chefin begrüsst uns alle per Handschlag. Nach einem kurzen Plausch wird schon mit dem Zubereiten der Mahlzeit begonnen. – No Stress – Cabo Verde.

Zu diesem Haus führt keine Strasse. Alles, was hier angeliefert wird, jede Flasche Wasser usw. muss über einen schmalen Weg mit Treppen getragen werden. Ob die Jungs dafür extra entlohnt wurden, wissen wir nicht. Wir waren von dieser Situation so fasziniert, dass wir leider vergessen haben, zu fotografieren. Erst drinnen haben wir die Lampen aus den Wurzeln eines Kaffee-Strauches für die Nachwelt festgehalten. Der Kaffee, der gleich unten am Weg wächst, war hier natürlich besonders lecker. Vielen Dank an die nette Familie, die hier unter schwierigsten Bedingungen ein Restaurant betreibt.

Auf der Westseite der Insel gelangen wir zur ehemaligen Saline in Sao Jorge. Heute stehen hier viele der kleinen bunten Fischerboote, die auch mit Touristen aufs Meer fahren. Ausserdem ist die Bucht mit den vorgelagerten Riffen eine der wenigen Stellen auf der Insel, wo man ganzjährig gefahrlos baden kann.

Weiter geht die Fahrt in Richtung Süden, bis wir nach mehr als 100 km Autofahrt wieder in Sao Filipe ankommen und wieder ein Tag voller neuer Eindrücke zu Ende geht.

Am Sonnabend fliegen wir nachmittags zurück nach Santiago und weil heute kein Flug mehr nach Sal, unserem eigentlichen Ziel, geht, wurde für uns nochmal eine Nacht in dem schon bekannten Hotel Oasis Atlantico Praiamar gebucht.

 

Die Urlaubsinsel Sal

Am Sonntag fliegen wir nach Sal, wo wir uns von der einrucksvollen Reise erholen können. Über Sal gibt es nicht viel zu berichten. Es ist eine flache Insel aus Stein und Sand. Es gibt weiße Sandstände und die Sonne scheint das ganze Jahr. Hier kann man bei Luft-Temperaturen um die 28 bis 30 Grad und Wasser-Temperaturen um 26° die Seele baumeln lassen. Im Süden der Insel, in Santa Maria, wurden verschiedene Hotelanlagen errichtet, wo der gestresste Gast mit allem erdenklichen Komfort versorgt wird. Es gibt hier nur wenige Ausflugsziele. Wer also einfach mal aus dem Alltag raus will und nur Sonne, Sand, Meer und Pool braucht, der wird hier sicher ein passendes Hotel finden.
Auch der Ort Santa Maria macht sich hübsch. Hier wurde gerade die staubige Hauptstasse gepflastert und mit Gehwegen versehen. Neue helle Ladenpassagen sind schon entstanden. Ein Stück weiter gibt es auch noch die ursprünglichen Lonjas, Bars und Restaurants. Hier ist einiges im Wandel. In ein paar Jahren wird der Urlauber vielleicht kaum noch merken, dass er in Afrika ist. Für die Kapverdianer ist der Tourismus die große Hoffnung für die Zukunft.
Auch wir verbringen hier im Hotel Morabeza 2 entspannte Tage, genießen gutes Essen zu europäischen Preisen in angenehmer Umgebung.

Am Dienstag, den 18.12 18 fliegen wir zum letzten Mal auf dieser Reise. In Sao Vicente werden wir wieder vom Flughafen abgeholt und zur Marina gebracht, wo diese Rundreise zu Ende ist.

Fazit der Reise

Zuerst ein großes Lob und Dankeschön an den Reiseveranstalter ‘vista verde tours Lda.’. Die Reise war sehr gut organisiert, alle Transfers pünktlich. Die Guides auf den einzelnen Inseln waren absolut kompetent. Sie sprachen alle ein langsames und deutliches Englisch, womit sie auf unsere weniger umfangreichen Kenntnisse in dieser Sprache Rücksicht nahmen und wir trotzdem viele Informationen bekamen. Wir lernten 5 Inseln kennen, wohnten in 4 Hotels, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Auch die Entscheidung gegen Mietwagen zum Selbstfahren und für Fahrer und Guide war auf jeden Fall richtig, wenn auch etwas teurer. Die excellente Ortskenntnis unserer Begleiter ließ keine Frage offen und brachte uns auf jeden Fall mehr Informationen als jeder Reiseführer.
Wir sind also sehr zufrieden und werden versuchen, so etwas auch in anderen Ländern zu wiederholen.

Wir wünschen allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019!

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Rundreise Teil 3

Rundreise Teil 3

Die Hauptinsel Santiago

Am Dienstag, den 11.12.18 fliegen wir am Nachmittag nach Santiago. Nach den üblichen Wartezeiten dauert der Flug nur knapp eine Stunde. Dann sind wir auf der Hauptinsel mit der Hauptstadt Praia, im Süden des Archipels. Hier werden wir zum Hotel Oasis Atlantico Praiamar gebracht. Das Zimmer war groß mit Meerblick, großer Terrasse und allem, was man braucht. Der Weg vomHotel bis zum eigentlichen Zentrum der Stadt wäre normalerweise kein Problem, aber mit Wolfgangs immer noch schmerzenden Fuß verzichteten wir darauf.

Blick aus dem Hotel in Praia

Blick aus dem Hotel in Praia

Am Mittwoch holen uns wieder ein Fahrer und unser Guide für diese Insel zur Rundfahrt am Hotel ab. Die Fahrt ging zunächst in westlicher Richtung aus der Stadt nach Cidade Velha (alte Stadt).

Hier entstand die erste Siedlung der portugiesischen Kolonialisten um 1461. Cidade Velha gilt als Ursrung der Kapverdischen Inseln. Der Ort spielte eine wichtige Rolle für Indien- und Südamerikafahrer, womit auch eine entsprechende wirtschaftliche Entwicklung verbunden war. Ausserdem war hier über Jahrhunderte der größte Umschlagplatz für afrikanische Sklaven.

Pranger in Cidade Velha

Cidade Velha

Bei starkem Regen wird der Fussballplatz zum reissenden Fluss.

Die offene Hafenbucht konnte aber nur schwer verteidigt werden. So wurde die Stadt 1712 völlig ausgeplündert und zerstört.

Seit den 1980er Jahren wurden die meisten nur als Ruinen vorhandenen Häuser im Rahmen eines wissenschaftlichen UNESCO Projektes dokumentiert und originalgetreu wieder aufgebaut. Einige Häuser in der Rua de Banana kann man sogar als Fereinwohnung mieten.

Nach dieser Ortsbesichtigung fahren wir die Asphaltstrasse zurück nach Praia, um dann in norwestlicher Richtung über die Insel nach Assomada zu fahren. Hier findet 2x wöchentlich der quirlige bunte afrikanische Markt statt. In der Halle wird hauptsächlich auf dem Boden ausgebreitetes Obst und Gemüse angeboten, auch importierte Früchte.

Eine Nähmaschine stand dazwischen, an der gerade ein neues Kleidungsstück entstand. Ein Stück weiter gab es Fisch und Fleisch, nicht etwa aus der Kühltheke. An einer Seite war ein Laden mit hochwertiger Kleidung, was für ein Kontrast!

Auf der Strasse vor der Halle wurden Kleidung, Schuhe, Haushaltswaren und wieder allerlei Früchte natürlich vom Fußboden verkauft.

Dann geht die Fahrt weiter zum nördlichen Teil der Insel nach Tarrafal. Hier bringen die Fischer jeden Tag frischen Fisch in ihren kleinen Booten an Land. Wir haben genügend Zeit, um in einer Bar unter Schatten spendenden Bäumen einen Kaffee zu trinken. Anschließend probieren wir unsere erste Trinknuss, da kann man sich dran gewöhnen!

Fischerboote am Strand

Strasse in Tarrafal

Fischerboote in der Bucht vor Tarrafal

Sie verkauft leckere Trinknüsse.

Danach fahren wir an der Ostküste zurück nach Praia.

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Rundreise Teil 2

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Die Insel Santo Antao

Am Freitag, 07.12. verlassen wir schon kurz nach 7.00 Uhr das Boot und laufen zum Fährhafen. Denn heute fahren wir mit der Fähre nach Santo Antao.

Diese Insel ist die zweitgröße, zweithöchste und die nördlichste der Kapverdischen Inseln. Nach einer Stunde Fahrzeit kommen wir in Porto Novo im Südosten der Insel an und werden von Nico, unserem Guide und einem Fahrer abgeholt.
Nachdem wir uns mit unseren dicken Rucksäcken durch die Traube von Aluguer-Fahrern, die um Fahrgäste buhlen, gewühlt hatten, ging die Fahrt aus der in den letzten Jahren schnell gewachsenen Stadt nach Ponta do Sol im Norden. Unterwegs gewinnen wir schon einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Insel. Die Strasse ist, wie die meisten Strassen hier mit Steinen von der Insel in Handarbeit gepflastert. Sie windet sich in Serpentinen aufwärts auf der sehr trockenen Ostseite der Insel. Aloe und Akazien wurden in mühevoller Handarbeit geplanzt, um das trockene Land vor Erosion zu schützen.

Mit zunehnder Höhe wird es güner. Wir sehen Pinen, Zypressen, Eukalyptus und Kiefern. Es sieht fast aus wie in der Toscana! Hier wurden tatsächlich mit importierten Pflanzen aufgeforstet, um die Feuchtigkeit zu halten.

Bald erreichen wir den 1170 m hohen Cova Krater, wo sich spektakuläre Ausblicke bieten. Die runde Caldeira des Kraters bekommt durch ihre Lage zum ständig wehenden NE-Passat genügend Feuchtigkeit, so dass hier erfolgreich Gartenbau betrieben werden kann.

Es bieten sich Ausblicke auf die nördlichen Täler, die im Gegensatz zu den südlichen sehr grün sind. Das Paul-Tal werden wir uns morgen näher ansehen. Auf der Nordseite geht es langsam wieder talwärts. Unterwegs kennt Nico eine kleine unscheinbare Bar, in der wir rustikal auf dem Dach des Nachbarhauses sitzend, eine Kaffeepause einlegen. Dazu gibt es regionalen frischen Ziegenkäse, sehr lecker. Alleine hätten wir diesen Ort niemals gefunden!!!

Gleich nebenan ist gerade Pause in der Grundschule des Ortes. Wir erfahren von Nico, dass es in jedem Ort eine Grundschule für die ersten 6 Schuljahre gibt. Ausserdem gibt es für alle Kinder jeden Tag ein warmes Essen und das alles ist kostenlos. Eine Mittelstufe gibt es nicht, in die High-School gehen die Schüler von Klasse 7 bis 12, wobei die Schulpflicht bis zur 8. Klasse geht. Diese Schulen gibt es zusammengefasst für eine Region. Nach Abschluss der 12. Klasse kann man zur Universität gehen, die es auf den größeren Inseln gibt. Das ist aber ziemlich teuer und schon deshalb nicht für alle möglich. Alle Schüler, die nicht studieren, haben aber die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. Später zeigte uns Nico voller Stolz die High-School, die er in Ribeira Grande, der Inselhauptstadt, besucht hat.

Ein Stück fahren wir noch an der nördlichen Küstenstrasse entlang, dann haben wir Ponta do Sol erreicht, wo wir für 3 Nächte in der kleinen Pension ‘Musica do Mar’ ein Zimmer haben. Hier gefällt es uns sehr gut. Die Chefin Carla spricht deutsch. Sie hat es in Ulm gelernt, wie sie stolz berichtet. Unser Zimmer hat einen großen Balkon mit mit Meerblick und bequemen Liegestühlen, wo wir den Abend ausklingen lassen.

Am Sonnabend werden wir um 9.00 Uhr von unseren beiden Begleitern abgeholt. Heute steht eine Fahrt auf der östlichen Küstenstrasse, vor allem aber eine Wanderung durch das Paultal und ein Mittagessen aus regionalen Produkten auf dem Programm.
Was stellt sich so ein Flachlandmensch wie wir unter einer Wanderung durch ein Tal vor? Ein Spaziergang auf nahezu ebenem Gelände, im Tal eben … naja, man wird sich auch mal irren dürfen!
Das Tal hat uns auf jeden Fall begeistert.

Gleich zu Beginn sehen wir einige der traditionellen Häuser, in denen die Leute hier noch bis etwa vor 30 Jahren gelebt haben. Sie sind komplett aus den Materialien gebaut, die hier zur Verfügung stehen.

Das Tal liegt günstig zum Passat, so dass es hier genügend Wasser gibt. Überall hört man kleine Wasserläufe glucksen. Es sorgt dafür, dass der Tisch hier reich gedeckt ist. Es werden vor allem Bananen, verschiedene Gemüse und Zuckerrohr angebaut. Dazwischen sieht man Mango- und Affenbrotbäume, Kokos- und Dattelpalmen. Immer wieder sind auch Mandel-, Papaya- und Orangenbäume zu sehen. Hier wächst auch Ananas und vor allem Kaffee, der beste auf der Welt, wie man hier sagt. Wir kaufen eine Tüte fein gemahlenen, weil wir auf dem Boot keine Kaffeemühle haben. An den Hängen werden Mais, Bohnen und Maniok angebaut, die Grundlage für das Nationalgericht Cachupa.
Auf den gemauerten serpentinenartigen Pfaden lässt es sich auch für uns ganz gut laufen. wir haben Zeit und gehen langsam.

Nico begrüßt unterwegs viele Leute, er scheint hier überhaupt alle zu kennen, denn bis vor 3 Jahren hat er im Paul-Tal gelebt.
Kurz bevor wir die Gaststätte und unser heutiges Mittagessen erreichen, rutscht Wolfgang von einer Kante ab und verletzt sich den Knöchel, der sofort anschwillt. Hilfe ist schnell organisiert, so dass er das letzte Stück des Weges sozusagen auf Händen getragen wird. Die Wirtin ist sofort mit Kühlakkus zur Stelle. Aus dem Essen wird aber leider nichts, denn Nico drängt, in ein Hospital zu fahren. Dort gibt es wenigsten Schmerztabletten, denn 1 Std. Holperweg zum Röntgen lehnt Wolfgang ab. Wir werden ins Hotel gebracht, dort gibt’s auch gleich Eis zum Kühlen und Wanderstöcke von Carla, die beim Arzt gedolmetscht hat, zum Treppen steigen.

Balkon im 'Musica do Mar'

 

Balkon im ‘Musica do Mar’

Am Sonntag war sowieso ein Ruhetag geplant und am Montag geht es mit der Fähre zurück nach Sao Vicente, wo wir für einen Tag wieder auf dem Boot sind.
Maren von der Reiseagentur weiss schon Bescheid und fragt uns, ob wir denn die Reise fortsetzen wollen. Na klar, aber ohne Wandern. Sie gibt das weiter und so wissen die Guides auf den anderen Inseln gleich Bescheid und können sich darauf einstellen.

Uns hat die Insel und besonders auch unsere Begleitung sehr gut gefallen.
Geübte Gebirgswanderer sollen hier noch viele interessante Touren finden.

Wir wünschen allen Lesern ein frohes und erholsames Weihnachtsfest!

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Rundreise Teil 1

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Die Insel Sao Vicente

Die Insel gehört zur nördlichen Inselgruppe der Kapverden. In der nord-Süd-Ausdehnung hat sie etwa 16 km und zwischen dem westlichsten und östlichten Punkt liegen etwa 22 km. Sie ghört damit zu den kleineren Inseln.

Am Donnerstag, den 6. Dezember, werden wir gegen 10:00 Uhr von unserem Guide Robin und einem Fahrer am Hafen abgeholt. Mit einem Pickup, der sonst als Sammeltaxi, einem der allgegenwärtigen Aluguers, unterwegs ist. Wir verlassen Mindelo in östlicher Richtung und fahren zunächst zur mit 750 m höchsten Erhebung der Insel, dem Monte Verde (grüner Berg). Von hier hat man einen schönen Panoramablick über die Stadt Mindelo.

Diese geringe Erhebung ist nicht in der Lage, den Passat-Wolken Feuchtigkeit zu entziehen, so dass die Insel weitestgehend trocken ist. Trotzden wird hier, wenn nur die geringste Möglichkeit besteht, Landwirtschaft betrieben. Beim genaueren Hinsehen, erkennen wir an vielen Stellen Mais, der jetzt im Dezember fast so braun aussieht, wie die Erde.

 

Wir biegen von der Hauptstrasse ab und fahren zum kleinen Fischerort Salamansa mit weissem Sandstrand. Allerdings ist der natürliche Sand hier schwarz. der weisse Sand kommt mit dem Wind aus der Sahara, wie wir das auch schon auf den Kanaren erlebt haben.

Wir fahren zurück zur Hauptstrasse, die uns zur Wochenendsiedlung Baia des Gates führt. Hier stehen teilweise ziemlich komfortable Häuser, die sich in ihrer bauweise deutlich vom sonst üblichen Stil unterscheiden. Es schliesst sich ein breiter weisser Strand an, eine Felsenmole schützt die Lagune vor der Brandung des offenen Meeres. An diesem Strand findet seit 1985 in jedem Jahr am ersten Augustwochenende nach Vollmond ein großes Musikfestival statt. Von 18 000 Leuten war die Rede, die zum größten Teil am Strand übernachten. Die Bühne stand jetzt verwaist am Ende des Strandes.
Vom Sanitärgrbäude des Ortes müssen manche Bewohner ihr Wasser in Kanistern holen. Grosse Unterschiede auf kleinem Raum.

Weiter geht die Fahrt nach Calhau im Osten der Insel. Calhau hat sich ebenfalls vom kleinen Fischerdorf zum schnell wachsenden Wochenenddorf entwickelt, wo vorwiegend zurückgekehrte Emigrantenfamilien ihre Häuser bauen.
Auf dem Rückweg entdecken wir die grüne Oase der Insel. Hier wird Gartenbau in traditioneller Handarbeit betrieben. Es duftet nach aromatischen Kräutern. Es wachsen Papaya, Auberginen und viele andere Früchte. Ein Schwein und Ziegen werden ebenfalls gehalten.

Dann fahren wir zurück zum Hafen. Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende.

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Wir sind in Mindelo

Wir sind in Mindelo

Endlich Internet…

Wir sind nach fast genau 8 Tagen, am 1.12.18, in Mindelo, der Kulturhauptstadt und zweitgrössten Stadt der Republik Cabo Verde angekommen. Wir sehnen uns nach etwas Schlaf und einer warmen Dusche. Dann stehen Behördengänge an, denn wir sind jetzt außerhalb der EU und müssen deshalb zum ersten Mal einklarieren. Wenn wir das und noch Einiges mehr erledigt haben, werden wir uns mit einem ausführlicheren Bericht wieder melden. Soweit erstmal für alle, die auf unser Ankommen gewartet haben.

 

 

Die Überfahrt

 

Start mit Hindernissen

 

Am Freitag, den 23.11.18 legen wir gegen 10:20 Uhr ab. Wir müssen noch tanken und uns im Hafenbüro abmelden. Der Tanksteg ist belegt. Wir drehen Kreise und das dauert. Inzwischen nimmt der Wind zu und beginnt langsam unseren Genacker aufzuwickeln. Bei den ständigen Richtungswechseln gar nicht gut. Endlich nach etwa 40 Min. wird der Steg frei und wir können ran. Der Rigger von der Werft muss das Maleur wohl gesehen haben. Er kam rüber gelaufen, half uns schnell beim Festmachen, sprang an Bord und begann das Segel zu bergen. Zwei weitere junge Männer von einem anderen Boot kamen zu Hilfe. Alle zusammen brachten das Segel an Land, wo es ordentlich wieder aufgerollt wurde.
Vielen Dank an alle. Alleine hätten wir das kaum so schnell bewältigt.
Gegen 11:40 Uhr ist alles erledigt und wir können den Hafen verlassen. Wir fahren an der kleinen Insel Lobos vorbei und kommen bald in den Windschatten von Fuerteventura.
Wir rollen die Genua ein und wollen den Genaker setzen, aber irgendwie ist das heute nicht unser Tag. Als wir den Genacker rausgelassen hatten, bemerkten wir eine stark aufgescheuerte Stelle an der Schot und das, obwohl er bisher kaum benutzt wurde. Der Block, über den das Seil umgelenkt wurde, war defekt. Das Seil war eingeklemmt und lief nicht über die Rolle. Wolfgang sägte den Block auf, damit wir den Genaker wieder einrollen können. Nicht ganz einfach. Irgendwann war es geschafft. Der Gennaker bleibt jetzt drin, denn die Schot muss unbedingt getauscht werden.
Später ist der Wind weg, wir müssen den Motor starten. Nach 2 Tagen können wir wieder segeln. Der Wind nimmt zu, das Wasser trägt aber noch andere Bewegungen in sich. Bei Wind fast von hinten und Welle schräg von vorn macht das Boot häßliche Rollbewegungen, die das Leben an Bord schwierig machen.
Am Dienstag geht die Windanzeige auf 35 – 40 kn (8 Bft). Das Meer brodelt. Die Genua wird eingerollt. In der Nacht sorgt der Volvo fürs Vorwärtskommen. Am Mittwoch können wir wieder segeln. Wir weichen etwas vom Kurs ab, dann werden die Bewegungen ertäglicher.
Am Donnerstag verkleinern wir die Segelfäche etwas, weil wir nicht in der Nacht ankommen wollen.
Am Sonnabend ist nach Sonnenaufgang die Insel schemenhaft zu erkennen. Gegen 11:30 machen wir am Tanksteg fest, um die Dieselvorräte aufzufüllen. Dann geht’s zu Liegeplatz.

 

 

Anlegen am Steg – immer wieder ein Erlebnis!

Man legt hier mit dem Heck am Steg an und der Bug wird an einer Mooring gehalten, aber nicht so wie wir das bisher kannten. Man braucht hier eine – oder zwei – sehr lange Leinen, die von den Marinieros an der Boje befestigt werden. Als wir am Steg einbiegen, kommt natürlich eine kräftige Böhe, das hatten wir schon mal …

Die Marina Mindelo liegt zwar in einer geschützten Bucht, aber es gibt keine Hafenmauer, so dass alle Meeresbewegungen auch hier ankommen. Das Gleichgewichtsorgan kann sich nicht beruhigen. Entsprechend unsicher bewegt man sich an Land.

Unterwegs begegneten uns eine sehr große Gruppe Delfine und einige fliegende Fische, die nachts bei ihren Sprüngen aus dem Wasser auf dem Deck landen. Das überleben sie allerdings meistens nicht, so dass man morgens die toten Fische absammeln muss.

Warm ist es geworden. Haben wir an den ersten beiden Tagen zumindest nachts noch die dicken Segeljacken angezogen, die seit der Biskaya im Staufach lagen, so hat sich das im Laufe der Zeit über dünne Windjacken auf T-Shirt reduziert. Wir haben hier, ca. 1000 sm südlich der Kanaren, am Tage um die 28 °C und nachts etwa 22 °C, also bestes Sommerwetter im Dezember.

 

Wir haben einen Termin

Viel Zeit bleibt uns jetzt nicht. Das Einklarieren war unkompliziert, die Beamten freundlich. Die Immigration hatte allerdings am Sonnabend geschlossen, da mussten wir am Montag nochmal hin. Wir bekamen unseren Stempel in den Pass und zahlten 500 CVE (ca. 5 Eur), das war’s. Die Hafenpolizei behält die Schiffspapiere bis zur Abreise.

Dann muss das Boot aufgeklart werden, Deck entsalzen, Wäsche waschen …. und sparsam mit Wasser umgehen. Das bekommt man auf die Hafenkarte gebucht und zahlt 2 Eur für 100 Liter.

Dann heißt es Rucksäcke packen. Denn wir haben noch von Lanzarote aus eine 2-wöchige Rundreise bei einem deutschsprachigen Reiseunternehmen über die wichtigsten Inseln gebucht.
Zum Auftakt gibt es am Mittwoch, 5.12. ein Abendessen in einem Musik-Restaurant in Mindelo. Die regionale Küche ist für uns etwas ungewohnt, aber lecker.

Am Donnerstag werden wir uns die Insel Sao Vicente etwas genauer ansehen.

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