Angekommen auf den Kanarischen Inseln

Angekommen auf den Kanarischen Inseln

Unser erstes großes Ziel haben wir erreicht

Cascais

ist eine größere Stadt und sehr touristisch. Am gesamten Ufer stehen große Hotels. Es ist immer irgendwo was los. Die Stadt hat uns trotzdem gut gefallen.

Lisboa

Am Sonntag waren wir mit einem Touristen Bus in der portugiesischen Hauptstadt. Ein Tag ist sicherlich viel zu wenig dafür. Uns hat es aber gereicht. Nach der Ruhe auf dem Wasser hat uns die Stadt vollkommenen überfordert. Einige Fotos haben wir gemacht, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Eine interessante Nebensache sind die aufwändigen Muster im Straßenpflaster, die manchmal auch optische Täuschungen hervorrufen.

Nach Lanzarote

Am Mittwoch wollen wir zur Überfahrt nach Lanzarote starten. Morgens fahren wir mit dem Dinghi nochmal an Land, um frische Lebensmittel zu kaufen. Dann muss das kleine Boot, das während der Tour durch die Rias einfach auf dem Vorschiff befestigt wurde, zusammengeklappt an der Reling festgezurrt werden. Essen für die nächsten 2 Tage hat Wolfgang gestern schon vorgekocht.
Gegen 13.30 Uhr sind wir so weit und gehen Anker auf. Eine halbe Stunde später können wir schon die Genua setzen. Es geht in Rauschefahrt mit 6-7 kn vorwärts. Nur die Selbststeuer- Anlage macht uns zu schaffen. Der Autopilot will einfach nicht. Als wir schon wieder zurück zum Ankerplatz fahren wollen, funktioniert sie endlich. Die Windfahne lässt sich aber bei dem kräftigen Wind nicht justieren.
Gegen 17.30 Uhr verschwindet Portugal langsam am Horizont.
Die erste Nacht auf See vergeht relativ ruhig. Ein paar Schiffe, die zum Verkehrstrennungsgebiet fahren, müssen wir beobachten, dann sind wir alleine. Auch der Wind beruhigt sich.
Am Donnerstag starten wir morgens den Motor, um nicht zu lange herum zu dümpeln. Am Nachmittag gibt es wieder Wind. Motor aus – Ruhe!
Gestern war im Wetterbericht ein Starkwindgebiet zu sehen, das wir gerne umfahren wollen.
Am Nachmittag haben wir endlich die neuen Wetterdaten. Wir sind etwas schneller als angenommen und kommen hoffentlich gut durch.
Der voraus gesagte Wind lässt auch nicht lange auf sich warten und nimmt weiter zu.
Wir reffen die Genua, bevor Wolfgang sich schlafen legt. Später rollen wir die sie ganz ein und setzen die Kutterfock. Das kleine Vorsegel zieht uns immer noch mit 5 kn vorwärts. Zusätzlich haben wir seitliche Dünung von mehr als 2m Welle. Dadurch wird es im Boot sehr unangenehm. Es rollt und stampft. Wir haben den Kurs etwas nach Osten verlegt in der Hoffnung, dort nicht ganz so viel Wind zu erwischen. Dafür ist der Weg etwas länger.
Am Freitag gegen 04.00 Uhr weichen wir einem Frachter aus, der unseren Weg kreutzt.
Wenig später weht der Wind mit 7-8 Bft, die erste Welle hat bereits ins Cockpit gespritzt. Als es dämmert, nehmen wir die Kutter weg und fahren unter Maschine.
Am Vormittag habe ich neue Wetterdaten. Bis heute Abend bleibt uns das Starkwindgebiet erhalten. Hoffentlich wird es dann wirklich besser, dass sich der Umweg gelohnt hat. Wir sind dadurch mindestens einen Tag länger auf See.
Am Nachmittag sehen wir Delfine. Der Wind hat etwas nachglasssen, die Dünung ist geblieben. Wir können wieder segeln.
Durch diese hohe Dünung und das damit verbundene Rollen, haben wir beide keinen Appetit. Unsere Ernährung besteht aus Bananen, Power Riegel und trockenen Brötchen. Dazu natürlich viel Wasser.
In der Koje ist an Schlaf nicht zu denken. Man muss sich ständig irgendwo festhalten.
Sonnabend, 08.08.15
Immer wenn wir glauben, dass der Wind etwas nachlässt, frischt er sofort wieder auf. Durch dieses ewige Rollen wird man total apathisch. Arbeiten, die an Bord zu erledigen wären, lässt man besser sein. Das Boot kann urplötzlich von einer Welle auf die Seite gelegt und im nächsten Moment auf die andere Seite geschleudert werden. Wir keilen uns mit Kissen gepolstert auf der Salonbank ein. Das ist auch der Platz, an dem wir etwas Schlaf finden. Wirklich regelmäßig, etwa alle 20 Minuten,  steigt einer von uns ins Cockpit, um am Horizont nach Schiffen zu suchen, die vielleicht unseren Weg kreuzen könnten. Die sind aber alle weit weg. Der Kurs muss beobachtet werden und die Wettervorhersage sollte einmal am Tag aktualisiert werden.
Sonntag
Wir haben gerade wieder aktuelle Wetterdaten geladen. Die gute Nachricht: die starken Winde sind vorbei und die schlechte Nachricht: der Wind wird so schwach, dass wir unter Segel keine vernünftige Geschwindigkeit erreichen. Der Motor läuft also mit.
Wir möchten gerne morgen ankommen.
Der schwächere Wind hat auch den Vorteil, dass die Wellen kleiner sind und das Rollen nachgelassen hat. Es ist angenehm warm. Der Wassertank ist noch gut halb voll. So nutzen wir die Gelegenheit und gönnen uns eine Süßwasser-Dusche im Cockpit.
Montag, 10.08.15
Genua und Perkins ziehen uns jetzt vorwärts. Beide zusammen schaffen fast 6kn, so dass wir am Nachmittag La Graciosa erreichen werden. Der Wind hat etwas zugenommen, damit aber auch die Wellen und die Schaukelei.
Wen wundert’s, bei der Ankunft ist wieder heftiger Wind.
Gegen 18.20 Uhr fällt der Anker in der Bucht Playa Francesca, der einzigen legalen Ankerbucht vor La Graciosa. Leider ist der Halt nicht von langer Dauer. Wir müssen mehrere Anläufe nehmen. Ein Franzose von einem anderen Boot kommt mit seinem Paddelboot zu uns ran und zeigt uns, wo besserer Ankergrund ist. Das war sehr nett und bei dem tosenden Wasser nicht ganz einfach. Dann hält endlich der Anker.
Wir sind in La Graciosa angekommen!

Es liegt brauner Staub in der Luft. Unser Deck ist total verdreckt davon. Das ist eine Calima-Wetterlage, die auf den Kanaren 2-3 mal im Jahr auftritt. Sie bringt mit starken NO-Winden Sand aus der Sahara über den Atlantik.
Mittwoch, 12.08.15
Der starke Wind, der hier schon fast die ganze Zeit weht, wird heute Abend zum Sturm. Wir haben 8-9 Bft. Etwa um 20.15 Uhr starten wir vorsichtshalber die Maschine, um die Ankerkette zu entlasten bzw.fahren zu können, falls sich der Anker lösen sollte. Nach einer Stunde machen wir die Maschine wieder aus. Der Wind lässt ein bisschen nach. Wenn das in der Nacht so weiter geht, kommen wir wohl nicht zum Schlafen.
Eigentlich wollten wir uns hier von der Überfahrt erholen und die Insel erkunden, aber dieser Rodeo-Ritt ist alles andere als Erholung. Hoffentlich ist es bald vorbei, dass wir nach Lanzarote in die Marina fahren können.
Donnerstag.
Die Nacht war unruhig. Gegen Mittag stürmt es wieder. Diesmal aus Süd, so dass wir in eine Legerwall Position kommen. Eigentlich kommt der Wind aus Nord, trifft auf die hohen Felsen von Lanzarote und wird dort reflektiert. Wie auch immer, in dieser Situation reißt dann noch die Teufelskralle, die Verstärkungsleine an der Ankerkette. Mit voller Motorkraft müssen wir uns vom felsigen Ufer freihalten bis Wolfgang einen Ersatz angebracht hat. Dann wird es etwas ruhiger. Wie wir später feststellen, sind durch diese Aktion und auch durch die heftigen Bewegungen im Sturm einige Schäden am Bug entstanden. Der Anker ist völlig verbogen und muss ersetzt werden. Aber er hat bis zum Schluss gehalten.
Laut neuen Wetterdaten müsste morgen früh eine Möglichkeit sein, diesen Ankerplatz zu verlassen und in die Marina im Süden von Lanzarote zu fahren. Es reicht hier auch. Wegen der Wetterverhältnisse sind wir nicht mal an Land gekommen, obwohl das seit Monaten unser Ziel ist.

Endlich nach Lanzarote

Am Freitag starten wir schon um 5.30 Uhr. Es ist noch tiefschwarze Nacht. Dank GPS finden wir sicher und bei wenig Wind den Weg aus der Ankerbucht. Wir fahren auf der West-Seite der Insel in Richtung Süden. Es läßt sich gut Segeln, Der Motor läuft allerdings oft mit. Zwischendurch erwischt uns eine kräftige Böhe, die das Schiff auf die Seite legt und den Autopiloten überfordert.
Gegen 12.15 Uhr laufen wir bei fast Windstille in den Hafen ein. Wieder müssen wir erst an den Empfangssteg nahe dem Hafenbüro. Dann bekommen wir unseren Platz zugewiesen, der verführerisch nahe vor den vielen Restaurants und Läden im Hafen liegt.

Lanzarote, die nördlichste der Kanarischen Inseln, unser erstes großes Ziel haben wir erreicht. Hier werden wir einige Wochen bleiben. Wir bekommen Familienbesuch. Das Boot ist für einige Reparaturen in der Werft angemeldet. Mindestens bis Ende des nächsten Jahres wollen wir auf jeder der kanarischen Inseln einen längeren Aufenthalt einplanen.
Wir werden also jetzt wieder in ein ganz normales Leben eintauchen und melden uns nur, wenn es etwas Besonderes zu berichten gibt.

Von Bayona nach Cascais

Von Bayona nach Cascais

Adios Spanien – Ola Portugal

Am Freitag, den 17.07.15 verlassen wir den letzten Ankerplatz und Spanien. Am Abend werden wir in Portugal sein.
Wir ziehen schon am Ankerplatz das Groß hoch, es ist kein Wind und viel ist auch nicht zu erwarten. Wir versuchen ein paar Mal zu Segeln mit Groß und Kutter, es ging aber nicht. Wir dümpeln nur so dahin, schließlich nehmen wir auch das Groß weg. Wir überfahren die Grenze nach Portugal und wechseln die Gastlandsflagge.
Kurz vor dem Ziel kommt doch nochmal Wind. Wir ziehen die Genua raus.
Vor der Mole an der Einfahrt nach Viana do Castelo trainieren mehrere Gruppen von Segelschulen, die mutig um unseren Bug tanzen. Wir starten vorsichtshalber die Maschine, um besser ausweichen zu können, falls es eng wird. Der Wind wird stärker.
Kurz vor der Einfahrt in den Rio Lima nehmen wir die Genua weg. Wir hatten gelesen, dass hier der Wind stark schwankt, außerdem hat er nocheinmal zugenommen. In diesem Getose wimmelt es von kleinen Seglern, Surfern und Kitesurfern, die sich über den Wind freuen und uns in diesem engen Gewässer immer wieder vor den Bug fahren. Wir haben Mühe, das Schiff im betonnten Gewässer auf Kurs zu halten.
Schließlich finden wir doch den Weg in den Hafen dirkt vor der Eisenbahnbrücke. Die kleine Fußgängerbrücke wird geöffnet und wir können einfahren. Der Wind tobt immer noch und der Hafen ist sehr klein und voll. Nach einigem Manövrieren finden wir einen Platz am Gastanleger, das Heck an einer Mooring. Belgier und Holländer von den Nachbarbooten helfen beim Anlegen. Als wir alle Leinen fest hatten, ließ auch der Wind nach – na prima!
Für kaum Wind in der Vorhersage, war es dann gerade in der schwierigsten Phase ganz schön kräftig.
Für die nächsten Tage ist kein passender Wind angesagt, so dass wir den Aufenthalt mal wieder verlängern müssen. Am Montag soll es nun weiter gehen nach Leixoes.

Es kam aber anders … Am Montag musste erstmal die Toilette repariert werden. Sie macht schon seit ein paar Tagen Probleme, jetzt ist sie total verstopft. Eine Sch… Arbeit.
Unsere Vorbereitungen am Dienstag, 21.07.15, laufen zunächst planmäßig.
Der Gastanleger ist inzwischen voll belegt, die Boote liegen sehr eng, nur die Fender halten den Abstand. Wir wollen den Hafen verlassen, bevor die Fußgängerbrücke geschlossen wird. Also Mooringleine los, Vorleinen los und langsam rückwärts aus der Parklücke. Plötzlich geht der Motor aus. Schnell die Leinen wieder fest. Ohne die helfenden Hände der Mitsegler aus den anderen Booten wäre das kaum möglich.
Fazit: die Mooringleine hatte sich um die Schraube gewickelt. Ohne lange zu überlegen, zieht Robert aus Holland, der mit seiner Familie auf dem Rückweg ist, seinen Neoprenshorty an, setzt die Taucherbrille auf und steigt in das dreckige Hafenwasser. Mit viel Ausdauer und trickreichen Einfällen gelingt es ihm schließlich nach etwa 1 ½ Std. die Schraube zu befreien. Vielen Dank Robert und der Familie, die so lange mit dem Frühstück warten musste. Leider werden wir uns unterwegs nicht mehr treffen, weil wir in die andere Richtung fahren.
Eine Stunde später sind wir plötzlich im dicken Nebel, der Wind wird schwächer, der Diesel muss helfen. So können wir nichts von der Küste sehen. Am Nachmittag reisst der Nebel vom Meer her auf, später gibt er auch den Blick auf die Küste frei. Die Landschaft hat sich verändert. Aus der dichten Bebauung und Industrielandschaft sind lange,flache, helle Strände geworden. Das sieht nach Urlaub aus.
Wir umfahren ein Sperrgebiet, als sich plötzlich ein Marineboot für uns interessiert. Es umkreist uns, die Männer winken uns freundlich zu und drehen wieder ab.
Der Anker fällt an einem kleinen Ankerplatz neben der Marina von Leixoes, dank Piter. Rundrum ist Industrie. Es ist kein schöner Platz etwas ausserhalb der Fahrrinne für die Frachter und Fischerboote, aber für eine Nacht in Ordnung. Morgen geht’s weiter.
An der engen Hafenausfahrt von Leixoes müssen wir noch einem Frachter Platz machen, der gerade rein kommt. Dann setzen wir die Genua, Motor aus – Ruhe. Mit raumem Wind von 3 Bft geht es gut voran.
Später nimmt der Wind zu und das grosse Vorsegel zieht uns mit 5-6 kn bis an unser Tagesziel.
Kurz vor der Einfahrt von Aveiro nehmen wir das Segel weg, es weht kräftig. Ein Frachter will auch rein. Der ist natürlich schneller. Der Lotse gibt uns Zeichen, dass wir kreisen sollen, bis er vorbei ist. Hinter der Hafenmauer ist eine kleine Bucht, wo wir warten um den nächsten Frachter vorbei zu lassen.
In der flachen Landschaft weht auch in dem Flusslauf noch ein kräftiger Wind. Wir suchen nach der Stelle, die in verschiedenen Quellen und auch von Piter als Ankerplatz bezeichnet war. Es ist ein durch flache Molen abgetrenntes Becken, in dem viele kleine Boote an Mooringbojen liegen. Bei dem Wind wurden wir immer wieder abgetrieben. Eine Mooringleine, der wir zu nahe kamen, verfängt sich unter unserem Schiff. Wolfgang muss ins Wasser.
Endlich sitzt der Anker. Wenn der Wind nicht stärker wird, können wir hier 2 Tage bleiben.
Aveiro Aveiro
Insgesamt war es ein schöner Segeltag. Nur die starke Dünung, die teilweise quer zur Fahrtrichtung mit 1,5-2,0 m Wellenhöhe kam, war etwas unangenehm. Wenn es so weitergeht, wären wir aber vollkommen zufrieden. Am Donnerstag fahren wir mit dem Dinghi in den hübschen kleinen Ort. Sieht aus, als ob hier in den letzten Jahren viel gebaut wurde. Auch die riesigen Industrieanlagen und der Hafen auf der anderen Seite sehen recht neu aus. Es gibt einen tollen Bäcker, wo wir seit langer Zeit richtig gute Brötchen kaufen. Ansonsten gibt es einige Restaurants und Bars, aus denen zum Teil recht laute Musik kommt. Die Musik ist manchmal auch auf dem Boot in angenehmer Lautstärke zu hören.

Am Freitag, 24.07.15 gehen wir bei Regen und fast Windstille Anker auf. Unser heutiges Ziel ist die Marina von Figueira da Foz.
Gegen Mittag kommt auch etwas Wind auf. Zuerst aus SW, später noch besser 4 Bft aus NW. Mit Groß und Genua geht es flott voran. Kurz vor den Ziel sind es dann 5 Bft. Nach einer Slalomfahrt um diverse Fischerbojen bergen wir die Segel.
Wir fahren in den Hafen und wollten uns am Gaststeg einen freien Platz suchen, als wir vom Hafenmeister an den Tankponton gewunken werden. Das kam völlig unvorbereitet und bei starken Böhen. Wir brauchen eine Weile, bis die Leinen fest sind. Die Gelegenheit ist günstig. Wir füllen unseren Dieselvorrat wieder auf. Dann erledigten wir die Formalitäten beim Hafenmeister und bekamen einem Liegeplatz auf der anderen Seite des Hafens zugewiesen, wo der starke Wind uns viel Mühe machte.
Der Hafen macht einen guten Eindruck, die Duschen sind in Ordnung und es gibt gute Waschmaschinen. Ich nutze sie gleich, um den Wäscheberg etwas abzutragen. Nicht gut fanden wir, dass man ohne Chip den Steg nicht verlassen kann.
Zur Erklärung: In den meisten Häfen sind die Bootsstege durch Türen gesichert, die von aussen mit einem Code oder einem Chip geöffnet werden können. Verlassen kann man den Steg gewöhnlich ohne diese Hilfsmittel. Nicht so in diesem Hafen, deshalb auch die Anlegeprozedur am Tankponton, dem einzigen Ausgang.

Die Stadt hat uns gut gefallen. In der Nähe des Hafens finden wir eine große Markthalle, in der hauptsächlich frisches Obst und Gemüse, Blumen und Fisch angeboten werden. Zu einem Supermarkt müssen wir ziemlich weit laufen, der hat aber auch am Sonntag geöffnet.
Am Montag verlassen wir Figuera da Foz.
Foz845
Es geht es weiter nach Nazare. Ausfahrt aus dem Rio Mondego. Wir können gleich Segel setzen, die uns mit 4-5 kn vorwärts ziehen. Kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Nazare weht es wieder kräftig. Der Hafen ist sehr klein. Im Fischereihafen hatte man einige Stege für Sportboote gebaut. Wir sind etwas ratlos und wollen wieder abdrehen, als andere Segler auf den Steg kamen und uns einen Platz zeigten, der groß genug für unser Boot war. Die netten Engländer aus Bristol halfen auch beim Anlegen und hatten mächtig zu tun, denn genau beim Anlegemanöver wurde das Boot von einer Böhe mit 32 kn / 7 Bft (wie man uns später berichtet) erfasst. Gut, dass wenigstens eine Leine schon am Steg war.
Wenig später kam Doro aus Frankfurt/M an Bord. Wir kamen ins Plaudern. Sie lebt seit längerer Zeit hier und repariert ihr Boot. Es gibt einige Boote hier, die schon festgewachsen sind. Außer Duschen und einem Kiosk hat der Hafen nichts zu bieten, dafür ist er recht teuer. Die Stadt ist aber schön, wenn auch sehr touristisch. Am Strand gibt es diverse Spielmöglichkeiten für Kinder und auch Strandbars. Wir fahren mit einem Schrägaufzug in den oberen Stadteil und sind begeistert, allerdings bremst das Wetter die Aussicht heute etwas. Am Abend laufen wir noch zu dem Strandabschnitt, der vor dem Hafen liegt. Er ist leer und ruhig. Wir genießen den Sonnenuntergang.

Mittwoch, 29.07.15
Heute früh hat es noch geregnet, jetzt kommt langsam die Sonne durch. Wir gehen zum Check out und kaufen am Kiosk frische Brötchen. Dann geht es weiter. Unser nähstes Ziel war eigentlich Peniche, ein herausragendes Kap an dieser Küste. Aber wir haben keine Lust auf den engen Hafen.
Deshalb haben wir uns bei der Vorbereitung dieser Etappe entschlossen, an der vorgelagerten Insel Berlenga zu ankern.

Als wir aus der kurzen Hafenausfahrt auf’s offene Wasser kommen, ist dicker Nebel. Das hat man von drin nicht gesehen und in der Wettervorhersage war es nur leicht diesig. Das ist hier fast immer so. Also Augen auf und die Technik nutzen. Der Autopilot versagt heute auch seinen Dienst. Wind ist fast keiner, so dass der Motor läuft.
Gegen Mittag reißt der Nebel wieder vom Meer her auf. Später taucht die Küste langsam aus dem Dunst auf.
Als der Nebel verschwindet, können wir die Insel schon sehen und direkt Kurs anlegen. Es kommt auch wieder etwas Wind aus NW, so dass wir die Genua für nur eine Stunde setzen können.
Wir wollen erstmal an der Insel entlang fahren, um einen günstigen Ankerplatz zu finden. Dabei sehen wir, was das für eine tolle Insel ist. Als wir sicher sind, dass der Anker sitzt, lassen wir das Dinghi ins Wasser und sehen uns die 85 m hohe und 1,5 km lange Insel aus der Nähe an. Es ist ein Natur- und Vogelschutzgebiet mit einer alten Festung, die als Herberge genutzt wird. Ansonsten gibt es nur wenige Häuser. Mit dem Dinghi machen wir eine sehr interessante Tour durch Schluchten und Grotten. Wir hätten etwas verpasst, wenn wir hier nicht her gefahren wären.Am nächsten Tag fahren wir nochmal in die Bucht, in der die Ausflugsboote anlegen und jeden Vormittag viele Leute bringen. Die meisten werden abends wieder abgeholt. Nur wenige finden hier eine Unterkunft in der Herberge oder auf dem Campingplatz.

Am Freitag geht es weiter nach Cascais. Die 50 sm schaffen wir in Motor-Segel Kombination bei wenig Wind in knapp 10 Std. Wir wollen hinter dem Hafen ankern. Wie kann es anders sein, an der Einfahrt zeigt Rasmus, was er kann. Sturmböhen und der Ankerplatz war schon gut gefüllt. Wir finden etwas außerhalb des geschützteren Platzes eine Stelle, wo endlich auch der Anker hält. Der Ankeralarm auf dem Rechner weckt uns um Mitternacht – aber nur, weil Wind und Strömung gedreht haben. Der Anker sitzt!
Wir wollen hier einige Tage bleiben, um uns Lissabon anzusehen und Proviant für die Überfahrt zu den kanarischen Inseln zu bunkern.