Inselhopping nach Teneriffa

Inselhopping nach Teneriffa

Sonnabend, 01.07.17
Vor einer Woche haben wir die Marina Rubicon auf Lanzarote verlassen und wollten eigentlich heute in San Miguel auf Teneriffa ankommen. Aber …

… nun mal der Reihe nach.

Am Freitag, 23.06. fand noch die Motorwartung statt, weil das dazu notwendige Öl erst an diesem Tag eintraf. Danach wollten wir auch nicht gleich losfahren, so eilig haben wir es dann doch nicht.
Wir buchen im Hafenbüro noch einen Tag nach und gehen zur MonAmour, um uns von Wolfgang zu verabschieden. Bei dem einen oder anderen Bierchen verabreden wir uns für den nächsten Morgen, wo Wolfgang uns beim Einkauf des letzten Proviants mit dem Auto behilflich sein wollte. Dafür nochmals vielen Dank!

Am Sonnabend, den 24.06. gegen 11.30 Uhr sind wir soweit und legen ab. Natürlich ist mal wieder mehr Wind, als uns recht ist. Wir nehmen nicht die kurze Route nach Teneriffa, die N-östlich an Fuerteventura und nördlich an Gran Canaria vorbeiführt. Wir wären dann in 24 bis 26 Stunden dort. Wir wollen es gemütlicher angehen und von Ankerbucht zu Ankerbucht segeln. Ungefähr eine Woche darf es dauern.
Also setzen wir erstmal Kurs auf Fuerteventura, wollen aber Lobos, die vorgelagerte Insel östlich umfahren. Der Wind bläst mit 5 Bft.
nach einer Halse kommen wir wieder näher an Fuerteventura heran. Der Wind schiebt inzwischen mit 25 bis 30 kn (6-7 Bft). NEREUS rauscht mit über 7 kn dahin.
Eigentlich wollten wir den Ankerstop für heute in Rosario einlegen, aber bei der Geschwindigkeit schaffen wir es auch noch bis Gran Tarajal. Gegen 18.00 wird der Wind zu schwach, wir fahren das letzte Stück unter Maschine. Um 19.40 Uhr fällt der Anker nach 8h und 10 min in einer Bucht vor Gran Tarajal. Ein schöner Segeltag geht zu Ende.
Am Sonntag geniessen wir noch einen entspannten Tag, bevor wir am Montag wieder Anker auf gehen mit Ziel Morro Jable, am südlichen Ende von Fuerteventura.

Windfahnensteuerung

Windfahnensteuerung

Gegen 9.30 Uhr geht es am Montag los. Wir haben heute nur gut 20 Meilen vor uns und nehmen den Kurs dicht unter Land, um die neue Windfahnensteuerung auszuprobieren. Für Landratten: Das ist das Gerät am Heck, das das Schiff in einem einstellbaren Winkel zum Wind steuert. Im Gegensatz zum elektrischen Autopiloten, der natürlich auch an Bord ist, braucht die Windfahne keinen Strom und macht keine Geräusche – ein sehr wichtiges Crew-Mitglied.
Gegen 14.45 Uhr fällt der Anker in türkisblauem Wasser vor einem weißen Sandstrand und vielen Hotels. Auch hier lassen wir es uns noch einen Tag gut gehen, bevor es am Mittwoch nach Gran Canaria geht.
Die Wettervorhersage verspricht starke Böhen halber bis raumer Wind mit etwa 30 kn.
Aber Rasmus übertrifft sich mal wieder selbst. Wir starten gegen 7.30 Uhr. Als wir die Landabdeckung hinter uns gelassen haben, bläst er mit 19 kn (5-6 Bft) aus Nord. Wir fahren mit 7,5 kn dem Ziel entgegen. In der Spitze sind es 11 kn!

Wolken über Fuerteventura

Wolken über Fuerteventura

Wolken über Fuerteventura

Wolken über Fuerteventura

Gegen Mittag verschwindet Fuerteventura im Dunst. Gegen 14.00 Uhr passieren wir das südliche Ende des Verkehrstrennungsgebietes zwischen den beiden Inseln, Rasmus bläst jetzt mit 32 kn und schiebt 3 m hohe Wellen vor sich her.
Wenig später traue ich meinen Augen nicht. Ich sehe, wie die komplette Windfahne hin und her schwingt. Die Verschraubungen haben sich gelockert. Das können wir während der Fahrt nicht reparieren. Wir müssen langsamer fahren. In aller Eile nehmen wir die Segel weg, dabei vertörnt sich das Vorsegel und flattert im starken Wind. Das muss jetzt so bleiben, wir hoffen, dass nichts kaputt geht.
Die Windfahnensteuerung wird mit einem Gurt provisorisch gesichert und die Windfahne abgebaut, damit weniger Druck auf dem Gerät liegt. Der Düseneffekt verstärkt den Wind noch. Es weht jetzt mit 37 kn (8 Bft). Das ist genug, mehr muss es wirklich nicht sein.
Unter Maschine fahren wir mit etwa 5 kn weiter.
Inzwischen hat sich am Bimini ein Reissverschluss auf der falschen Seite geöffnet, wir versuchen zu kleben, das hält jetzt aber nicht. Es flattert und auch hier hoffen wir, dass nichts kaputt geht.
Gegen 18.20 Uhr fahren wir im Windschatten der Insel am Leuchtturm von Maspalomas vorbei. Wenig später haben wir unser heutiges Tagesziel, die Bucht vor dem Hafen Pasito Blanco im Blick. Hier liegen schon 4 Schiffe, genug für diese kleine Bucht. Wir drehen ab und versuchen unser Glück an der alten Zementfabrik.
Hier kann man ankern, die Bucht bietet einen guten Windschutz, auch wenn die alte Fabrik nicht den besten Anblick bietet. Hier liegen auch schon einige Schiffe, aber wir finden noch einen Platz. Nach knapp 12 h fällt der Anker auf 6 m Tiefe.
Sofort beginnen wir mit den ersten Reparaturen: Die Schoten vom Vorsegel werden entwirrt und das Segel ordentlich aufgewickelt. Auch den Reißverschluß vom Bimini können wir mit Hilfe von Silicon-Spray wieder schließen. Glück gehabt, es sind keine Schäden entstanden. Der Rest kann bis morgen warten. Wir geniessen erstmal die Ruhe des Abends.
Die Windfahne werden wir bis Teneriffa nicht benutzen, weil da noch Verstärkungen eingebaut werden müssen. Das geht nur im Hafen.
Wir werden also auf jeden Fall morgen noch hier bleiben und müssen dann je nach Wetterentwicklung entscheiden, wann wir weiterfahren…

… und als wir die nächsten Wetterdaten haben, wissen wir, dass wir ein paar Tage länger hier bleiben werden. Es braut sich ein Sturm zusammen, den wir lieber in der geschützten Bucht abwarten. Das Wasser kommt natürlich auch hier etwas in Bewegung, aber wir können noch ein paar kleinere Punkte auf der ToDo-Liste abarbeiten und vor allem jeden Tag baden.

Am Sonntag, 02.07. fahren wir mit dem Dinghi zum Hafen Pasito Blanco und möchten gerne im dortigen Restaurant Kaffee trinken. Hier erwartet man aber nur geladene Gäste. Naja, dann gibt’s eben nur ein Eis aus dem Supermarkt. Dann geht es zurück zum Boot, alles wieder seefest verstauen. Für morgen sieht das Wetter gut aus, vielleicht sogar zu wenig Wind. Man kann eben nicht alles haben.

Am Montag, den 03.07.17 starten wir schon um 7.30 Uhr zur 54 nm langen Etappe nach San Miguel auf Teneriffa. Bis ca. 10.00 Uhr fahren wir an der Südküste von Gran Canaria entlang. In der Abdeckung der Insel haben wir fast keinen Wind. Danach können wir die Segel setzen und kommen gut voran. Gegen 17.20 haben wir nach etwa 10 Stunden den Hafen erreicht. Obwohl wir vorher gefunkt hatten, ist niemand da, der beim Anlegen hilft. Als wir am zu kurzen Empfangssteg endlich sicher fest waren, kommt der Hafenmeister und zeigt uns unseren Liegeplatz. Rückwärts mit Mooring, d.h. mit dem Heck wird am Steg festgemacht und für den Bug gibt es 2 Leinen, die im Boden verankert sind. Das war so nicht geplant, denn wir hatten das Dinghi an den Davits. Nach unseren Infos gab es hier Fingerstege, an denen wir vorwärts anlegen wollten. In aller Eile nehmen wir das Dinghi runter und machen es an der Seite fest. Allerdings gibt es nur eine Mooringleine, die 2. hängt unter einem Stein fest. Morgen soll ein Taucher kommen, um sie zu befreien.
Zum Anmelden sollen wir auch morgen kommen. Das ist uns im Moment ganz recht. Wir brauchen erstmal eine Pause.