Überfahrt nach Madeira

Überfahrt nach Madeira

Von La Gomera nach Madeira …

Das Wetterfenster mit Wind, der uns einigermassen komfortabel nach Madeira bringt, kam schneller, als zunächst erwartet. So wurde der Aufenthalt am Anker vor Valle Gran Rey gestrichen.

Der Plan ist vom Winde verweht, die Realität sieht mal wieder ganz anders aus.

Ein letzter Blick auf den schneebedeckten Teide

Ein letzter Blick auf den schneebedeckten Teide

Wir starten am 13.02. gegen 12.00 und setzen Kurs direkt nach Madeira.
Die Luft ist kalt. Wir haben die seit der Biskaya nicht mehr benutzten warmen Segelanzüge rausgeholt.
Für das erste Stück durch die Inseln ist kein, bzw. nicht der richtige Wind vorausgesagt. Solange der Motor läuft, soll der Wassermacher arbeiten. Mit der geförderten Wassermenge ist Wolfgang noch nicht zufrieden, die Qualität ist aber in Ordnung.

Am Nachmittag können wir Segeln. Unter Groß und Genua segeln wir zwar auf einem etwas ungemütlichen Kurs am Wind, kommen aber gut voran. In der Nacht wird der Wind weniger, dafür wird die seitliche Welle stärker. Dadurch werden wir kräftig durchgeschüttelt und aus dem Kurs geworfen. Der Autopilot muss auf 10° mehr eingestellt werden, damit wir ungefähr die Richtung behalten. Das ist für meine schon vorhandene Seekrankheit nicht gerade nützlich. Ich muss mehrmals einen Reisekaugummi nehmen, damit der Flüssigkeitshaushalt nicht zu sehr absinkt. So hart muss die Schlankheitskur nun auch nicht ausfallen!!
Am Donnerstag ist seit Mitternacht ein heller Schein am Himmel zu sehen – Madeira. Gegen Morgen werden die Lichter von Madeira immer deutlicher, die Wellen werden flacher, es wird wieder leichter, sich auf dem Schiff zu bewegen. Wir werden aber auch immer langsamer. Gegen 06.40 Uhr starten wir den Motor und nehmen die Segel weg.

Wir werden aber noch etwa 8 Stunden brauchen, bis wir in der Bucht vor Machico fest am Anker hängen.

Erstmal ausruhen, morgen das Dinghi zu Wasser lassen und an Land fahren. Die Bucht und der Ort gefallen uns, wir waren schon vor 2 Jahren hier. Die Bucht ist durch hohe Felswände gut geschützt und es ist fast windstill, trotzdem sorgt ein unangenehmer Schwell für reichlich Schaukelei. Vom Landausflug zurück ziehen wir gleich das Dinghi hoch, damit es nicht ständig gegen das Boot knallt.
Ein Blick auf die Wetterdaten zeigt, dass uns in ein paar Tagen südliche Winde nach Porto Santo tragen würden. Was danach kommt, ist allerdings alles andere als nett. Aus dem Wind wird ein Sturm, der direkt in die Ankerbucht bläst. Na, das brauchen wir nun wirklich nicht. Also müssen wir möglicht bald nach Lanzarote, solange der Wind noch aus N oder NO kommt.

… und von Madeira nach Lanzarote

Wie vor jeder größeren Überfahrt - opfern wir Rasmus einen Schluck

Wie vor jeder größeren Überfahrt – opfern wir Rasmus einen ordentlichen Schluck, um ihn milde zu stimmen

Am Montag, den 19.02. gehen wir nach nur 4 Tagen in Machico Anker auf und nehmen Kurs auf Lanzarote. Als wir die Bucht verlassen, können wir auch gleich Segel setzen. Wir kommen gut voran, nur die seitlichen Wellen machen uns wieder das Leben schwer.
Einem Frachter müssen wir ausweichen, die meisten anderen Schiffe sind so weit weg, dass wir sie nur auf dem AIS sehen. Als unser Ziel in der Ferne schon zu sehen ist, flaut der Wind ab. Wir werden zu langsam und starten den Motor. Etwas später sind auch die Wellen flacher, wir setzen den Gennacker, das bunte Leichtwind-Segel. In Rauschefahrt geht es dem Ziel entgegen, wir passieren den Leuchtturm von Playa Blanca mit 8 kn Geschwindigkeit. Dann muss das Segel eingeholt werden, wir fahren in die Marina. Nach 2 Tagen, 3 Std und 20 Minuten machen wir am Empfangssteg fest, um die Hafenformalitäten zu erledigen.

Heute fegt der Sturm über uns hinweg und wir sind froh, das unsere NEREUS in der geschützten Marina fest vertäut am Steg liegt.

Unser Trip auf der Karte:

 

Karneval auf La Gomera

Karneval auf La Gomera

Der Karneval in San Sebastian de La Gomera war schon ein Erlebnis, wenn wir auch zu Beginn etwas enttäuscht waren. Die Veranstaltung fand an zwei Wochenenden statt. Das erste Wochenende war geprägt von Darbietungen verschiedener Gruppen und Chöre in sehr phantasiereichen und aufwändigen Kostümen auf der Bühne der Plaza las Americas.

Zwischen den einzelnen Darbietungen wurden z.T. sehr lange Überleitungsreden gehalten, was die Veranstaltung langatmig bis langweilig erscheinen ließ. Eine Jury vergab Bewertungen. Wir sahen uns nur einen Ausschnitt an, den Rest konnten wir auch vom Boot aus hören.

Ab Mitternacht bis zum frühen Morgen wurden Lateinamerikanische Rhythmen gespielt. Jetzt ging es endlich fröhlich und entspannt zu.
Das nächste Wochenende begann mit den Aufführungen der besten Chöre und Gruppen.
Am frühen Sonnabend Abend war es dann endlich so weit. Vom Schulzentrum bis zum Festplatz bewegte sich ein wirklich großartiger Karnevals-Umzug durch die ganze Stadt. Es waren so viele Menschen dabei, sie kamen wohl nicht nur von der ganzen Insel, sondern auch von weiter her …

Da hat es sich doch gelohnt, dass wir noch hier geblieben sind. Die Feierlichkeiten sollen hier noch die ganze Woche weitergehen.
Wir bereiten uns und unser Schiff für die Überfahrt nach Madeira vor, denn am Dienstag geht es los …

La Gomeras reizvolle Bergwelt

La Gomeras reizvolle Bergwelt

Gegen Ende unseres Aufenthaltes auf La Gomera wollen wir noch einige Orte der Insel auf Schusters Rappen erkunden. Wir sind lange nicht mehr durch Berge gewandert, deshalb wollen wir langsam anfangen. Die meisten Ausgangspunkte für die größtenteils gut gekennzeichneten Routen kann man zwar per Bus erreichen. Aber die Busse verkehren nur 2-4 mal pro Tag auf den einzelnen Linien. Das ist uns etwas zu unsicher.
Wir mieten deshalb lieber ein Auto, was allerdings heißt, dass wir immer zum Ausgangspunkt zurückkehren müssen.
So geht es auch gleich los.

Alto Garajonay

Mit dem Auto fahren wir nach Igualero, um auf den höchsten Punkt der Insel, den Alto Garajonay zu steigen. An der Bushaltestelle beginnt der Weg mit einem ordentlichen Anstieg, der sich aber gut gehen lässt. Später wird der Weg bequemer. Oben angekommen, werden wir mit einem Ausblick über die gesamte Insel und zu den Nachbarinseln belohnt. Das sehr klare sonnige Wetter macht es möglich.

Wir geniessen diesen herrlichen ruhigen Ort und die wärmende Sonne, bevor es zum Abstieg auf demselben Weg geht. Die andere Richtung bietet dennoch völlig neue Ausblicke.

La Dama

Mit dem Auto fuhren wir noch die Strasse am Barranco Degollada del Horno nach La Dama bis zur Küste, wo eine Bananenverladestation war, die seit langer Zeit nicht mehr in Betrieb ist. Nur einige Maschinen blieben als Andenken zurück. Die Bananen, die in diesem Barranco wachsen werden jetzt in weiter oben in La Dama auf LKW’s verladen und zum Hafen in San Sebastian gebracht.

Vallehermoso

Der nächste Ausflug führte uns in den Nordwesten der Insel, nach Vallehermoso. Hier zweigt eine schmale Strasse ab, die hinunter zur Küste führt, wo sich ein künstlich angelegtes Schwimmbad direkt an der Playa de Vallehermoso befindet. Zu dieser Jahreszeit war es ausser Betrieb. Zur Anlage gehören mehrere Gebäude, in denen sich auch eine Gaststätte befindet, die natürlich auch geschlossen war.

Auf der einen Seite neben dem Schwimmbad fanden wir diese kleine Kapelle, auf der anderen Seite stand ein Schild, das den Weg zum Castillo del Mar zeigen sollte. Leider existierte der Weg nicht mehr. Wir konnten es nur aus der Ferne sehen.

Das Wetter hat umgeschlagen. Es weht ein eisiger Wind aus Nord, dazu gibt es immer wieder Regenschauer. So waren wir froh, als wir wieder im Auto saßen und die Heizung!! anmachen konnten.

Restaurant mit Panoramablick

Den Rückweg nahmen wir über die südliche Strasse, wo oben am Eingang zum Valle Gran Rey Cesár Manrique, der berühmte Maler, Bildhauer und Architekt aus Lanzarote, seine Spuren hinterlassen hat. Neben dem Mirador Manrique gibt es hier ein Restaurant mit einem herrlichen Panorama-Ausblick, das leider nicht in Betrieb ist. Den Blick kann man aber auch von den zugehörigen und frei zugänglichen Terrassen geniessen Im Vorgarten der Anlage gedeihen Sukkulenten aus verschiedenen Kontinenten. Hoch oben thront ein Windspiel, das die Handschrift Manriques verrät.

Das Wetter verschlechtert sich weiter. Allerdings kann man vom Hafen aus nicht beurteilen, wie es an anderen Teilen der Insel aussieht. Deshalb fahren wir auch immer wieder voller Hoffnung los, um dann festzustellen, dass ober dichter Nebel und damit keine Aussicht ist. Es regnet teilweise sehr stark, dazu der kalte Wind. In den höheren Lagen zeigt das Thermometer nur 5°C an. Es gibt zwar Leute, die bei diesem Wetter auf den nassen, rutschigen Wegen wandern. Wir gehören definitiv nicht dazu. So mussten wir z.B. auf die Wanderung zum Tafelberg verzichten. Aber was hätten wir davon, wenn wir oben sind und nichts sehen …

Tafelberg

Tafelberg

 

 

 

 

 

 

Schneekuppe auf dem Teide

Schneekuppe auf dem Teide

Auf dem Teide liegt Schnee!!

 

 

 

Einige kleinere Ziele suchten wir uns dennoch heraus.

 

Chorros de Epina

So kamen wir an eine Quelle im Westen der Insel ‘Chorros de Epina’, wo aus sieben Rohren Wasser lief. Eingerahmt von Picknick-Plätzen, ist das ein wirklich schöner Ort.

Fährt man von Arure nach Valle Gran Rey, sieht man kurz nach dem Ortsausgang von Arure dieses Schild. Wir stellten das Auto ab und folgten dem Weg.

 

 

 

 

 

Vorbei an diesem kleinen Stausee

führt der Weg duch den Bogen eines Aquäduktes hindurch

 

auf einem gepflasterten Weg zur kleinen Ermita del Santo, die von einem großen aus Naturstein gepflasterten Platz umgeben ist.

Es bietet sich (heute ausnahmsweise) eine wunderbare Aussicht ins Tal. Weitere Terrassen und dazugehörige Gebäude sind abgesperrt. Wird das vielleicht nur zur Osterprozession genutzt oder gibt es für diesen aufwändigen Bau noch weitere Verwendungsmöglichkeiten? Diese Frage müssen wir offen lassen ….

Am letzten Tag nutzen wir das Auto noch, um zumindest die schweren und haltbaren Teile des Proviantes einzukaufen.

Geplant haben wir, uns hier noch den Carneval anzusehen. (Der Beitrag dazu wird wohl erst verspätet erscheinen, weil dann kein Internet zum Hochladen vorhanden ist.)
Dann wollen wir wieder vor Valle Gran Rey ankern, um dann hoffentlich ein Wetterfenster zu erwischen, um nach Madeira und Porto Santo zu kommen. Von dort aus wollen wir wieder nach Lanzarote segeln.
Jetzt werdet ihr euch fragen, warum erst nach Madeira um nach Lanzarote zu kommen.
Das hat mehrere Gründe. Zum Einen ist die vorherrschende Windrichtung Nordost, also der Wind kommt genau aus der Richtung, in die wir wollen. Das würde bedeuten 200 sm mit Motor gegen Wind und Welle. Das macht keinen Spass!!

Zum Anderen haben wir in der letzten Zeit wieder einige Dinge am Boot optimiert, die auch mal in der Praxis getestet werden müssen. Auch der Langzeitaufenthalt vor Anker muss mal ausprobiert werden. So hoffen wir, dass das Wetter mitspielt und wir uns nicht in einen Hafen retten müssen. Und zu guter Letzt. Auf Porto Santo waren wir noch nicht.

Soweit wieder ein Plan. Wir werden sehen, wie die Realität aussieht.