St. Vincent – Keartons Bay

St. Vincent – Keartons Bay

Montag, 11.02.19 Kurz vor 10.00 Uhr gehen wir Anker auf. Wir wollen heute nur eine kurze Strecke entlang der Küste fahren, deshalb ziehen wir das Dinghi hinterher. Das erweist sich allerdings als schlechte Lösung. Wind und Wellen sind hier vor der gebirgigen Küste unregelmäßig und stärker als erwartet. Wir lassen wir die Segel drin und mussen auch den Motor öfter im Leerlauf laufen lassen, der Wind schiebt zu stark und das Beiboot im Schlepp droht zu kippen. So tuckern wir mit 2-3 kn dahin. Wir sind an der Bucht Wallilabou, wo noch Reste der Filmkulissen von ‘Fluch der Karibik’ stehen. Wir drehen eine Runde in der Bucht, werden gleich von Boatsboys mit div. Angeboten umlagert. Wir finden es hier nicht so gut zum Ankern, machen ein paar Fotos. Eigentlich wollten wir auch in die nächste Bucht.

In der Keartons Bay wollen wir auch zunächst nur eine Runde drehen, aber Quinn, wie er sich später vorstellt, hat uns entdeckt und kommt mit dem Schlauchboot, um uns beim Festmachen an der Mooring zu helfen. Die Mooring gehört zum Rock-Side-Cafe, das Rosi hier betreibt. Rosi kommt ursprünglich aus München und soll hervorragend kochen, wie uns von Ursula und Roger von der ‘Estrella del Mar’ berichtet wurde. Das müssen wir probieren.

Das war nicht übertrieben. Es war eine wahre Gaumenfreude an einem paradiesischen Ort. Wir melden uns gleich für morgen nochmal zum Essen an, denn das ist hier wichtig. Rosi möchte die Anmeldung gerne einige Stunden vorher haben, damit alles gut vorbereitet werden kann. Am Besten, man meldet sich gleich bei der Anfahrt über VHF68 bei ihr an.

Wir bekamen von ihr auch noch weitere wichtige Hinweise, z.B wo der nächste Geldautomat ist oder wo man eine Digicel Telefonkarte kaufen kann. Dafür sollten wir mit dem kleinen Sammelbus nach Kingstown fahren.

Mittwoch, 13.02.19

Gleich morgens versucht Wolfgang das Bugstrahlruder zu reparieren. Ein Taucher, der gestern das Unterwasserschiff von Muscheln und Algen befreit hat, holte auch die Leinenreste aus dem Bugstrahlruder. Nun kann die Mechanik auf Beschädigungen untersucht werden. Beschreibungen und Realität stimmen mal wieder nicht überein, deshalb dauert es etwas länger. Die Reparatur gelingt zumindest provisorisch.

Danach lassen wir uns abholen und an Land bringen. Am Bus-Stop steht ein Sammel-Bus und wartet auf Fahrgäste. Dieses beliebte und preisgünstige Transportmittel ist so eine Art Van mit etwa 15 Plätzen. Die fahren erst los, wenn sie einigermassen besetzt sind, sammeln aber unterwegs wirklich jeden ein, der mitfahren will. Es ist erstaunlich, wieviele Leute in so ein Auto passen. Einen Fahrplan gibt es nicht.
Dann gehts los. Linksverkehr, enge kurvenreiche Gebirgsstrassen, maximale Geschwindigkeit ohne sichbare Verkehrsregeln.
Für uns ziemlich gewöhnungsbedürftig, da kann einem das Herz stehenbleiben!
In der Stadt ist der Busbahnhof auf einem Markt. Für uns das absolute Chaos. Wir finden aber den Weg in die Stadt und auch die Strasse, die Rosi genannt hatte. Wir bekommen eine Telefonkarte und alles, was wir noch brauchen, sogar in einem Baumarkt waren wir. Dann geht die Fahrt in atemberaubender Geschwindigkeit wieder zurück.

 

Gerade, als wir wieder in der Bucht waren, meldeten sich bei Rosi 2 Charterboote an. Die Manöver zum Festmachen gestalteten sich bei den kräftigen Fallböhen recht schwierig. Das erste Boot hatte mit dem Bug an einer Boje festgemacht, und sollte eine lange Leine an eine im flachen Wasser liegende Boje ziehen. Sidney, einer der Boatsboys versucht die Leine mit dem Ruderboot zu ziehen, was natürlich nicht gelingt. Wolfgang macht das Dinghi klar und hilft. Dann kommt das 2. Charterboot. Es soll nahe der Felswand an Bojen festmachen. Es sah zunächst ganz gut aus, obwohl wir uns auf so eine Stelle nicht eingelassen hätten. Dann muss wohl eine Böhe das Boot gedreht haben, bevor es richtig fest war. Es sass auf Grund. Alle verfügbaren Schlauchboote kamen zu Hilfe und von den Bewohnern auch die Holzboote mit und ohne Motor. Mit vereinten Kräften kommt es wieder frei. Nur auf dem direkt daneben liegenden Cat wurde fotografiert, statt zu helfen. Was sind das für Segler?!

Nachdem sich alle wieder erholt haben, werden sie pünktlich zum Sundowner von den Booten abgeholt und ins Rock-Side-Cafe gebracht. Nur wir bleiben heute auf dem Boot. Zwei mal hintereinander ein komplettes Menü ist genug.
Morgen fahren wir weiter zur kleinen Insel Bequia.

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Hallo, wir sind Sigrid und Wolfgang – wir segeln mit mit unserer Segelyacht NEREUS in die Welt. Begleite uns auf unserem Blog.

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Von Barbados nach St. Vincent

Von Barbados nach St. Vincent

Um es gleich vorweg zu nehmen, wir sind gut auf St. Vincent in der Bucht von Chateaubelair angekommen. Auch diese Strecke dauerte einige Stunden länger, als wir dachten und das brachte uns etwas Hektik ein …

Aber der Reihe nach:

Der letzte Beitrag ist ja mehr als knapp ausgefallen, weil nach der Atlantik-Überquerung und der nicht endenden Schaukelei am Ankerplatz vor Barbados irgendwie die Muße und die Konzentration fehlte, einen ausführlichen Beitrag zu verfassen.
Das soll jetzt wenigstens in Stichpunkten und Bildern nachgeholt werden.

Über den Atlantik

Vitamine für unterwegs

Reparaturarbeiten auf dem Vordeck

Unser Schiff lässt sich komplett aus dem Cockpit bedienen. Wenn sich aber eine Leine verklemmt oder etwas kaputt geht, dann muss auch auf dem Vordeck gearbeitet werden, natürlich nur mit Rettungsweste und angeleint. Hier hatte sich die Baumbremse gelöst, weil sich der Schäkel, mit dem sie befestigt war, aufgebogen hatte.

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Barbados

Zugegeben, wir haben von der Insel nicht viel gesehen. Aber einen kleinen Eindruck haben wir schon bekommen. Wir hatten gelesen, dass die Ankerbucht im Süden der Insel vor der Hauptstadt Bridgetown sehr unruhig sein soll. Deshalb entschieden wir uns für den kleinen privaten Hafen Port St. Charles im Norden der Insel zum Einklarieren. Der Anker fiel vor dem kleinen Ort Speightstown, der zweitgrößten Stadt der Insel. Wegen der Brandung ist das Anlanden mit dem Dinghi am Strand meist etwas feucht. Hat man dieses Manöver überstanden, kann man hier alle notwendigen Lebensmittel einkaufen. Einige Bars und Restaurants laden zum Verweilen ein. Alles zu für uns noch ungewohnt hohen Preisen. Eine weitere Möglichkeit an Land zu kommen, ist der Yacht Club. Dort gibt es ein Dinghi Dock, d.h. eine kleine schwimmende Plattform, an der man das Dinghi festmachen und relativ bequem und vor allem trocken aussteigen kann. Nur hier gibt es ausser dem Yacht Club und einer bewachten Luxus-Residenz nichts weiter. Einmal haben wir uns von hier aus auf den Weg in die Stadt gemacht und festgestellt, dass es viele eingezäunte und bewachte Wohnviertel gibt. Auch Schulen sind hinter Mauern und Wachhäuschen versteckt. Für uns eine etwas befremdliche Atmosphäre.
Richtiges Karibik-Feeling kommt hier ohnehin noch nicht auf, obwohl wir natürlich vom Boot aus in angenehm temperiertes Wasser steigen und unsere Runden um’s Boot schwimmen können.

Bereit zum Einklarieren.

Hauptstrasse von Speightstown.

Hauptstrasse von Speightstown.

Eine Bank in Speightstown.

Obst- und Gemüsestand.

Die Stadt vom Wasser aus.

Ein Nobelrestaurant direkt am Wasser.

Im Yacht Club

Weiter nach St. Vincent

Weil die Strecke zu lang für eine Tagesetappe ist, wollen wir am Nachmittag losfahren, um am nächsten Morgen in St. Vincent anzukommen,
Donnerstag, 07.02.19: Lt. Wettervorhersage brauchen wir hier erst gegen 15.00 Uhr losfahren und wären am Freitag zwischen 8.00 und 10.00 dort. Wir sind kurz nach 12.00 Uhr fertig. Deshalb segeln wir zuerst noch an der Küste entlang Richtung Süden, um uns wenigstens von Weitem die anderen Teile der Insel anzusehen. Dann gehen wir auf Kurs und steuern den Norden von St. Vincent an. Die Überfahrt gestaltet sich als Fortsetzung der Atlantiküberquerung: wenig Wind, viel Welle aus verschiedenen Richtungen. Die Schaukelei nimmt kein Ende. Insgesamt sind wir viel zu langsam. Wir befürchten sogar, dass wir die Einklarierung am Freitag bis 16.00 Uhr nicht mehr schaffen. So lassen wir immer, wenn es besonders langsam wird, die Maschine mitlaufen. Am Freitag gegen 08.40 Uhr sehen wir die ersten Umrisse von St. Vincent, das heisst aber nicht, dass wir gleich da sind. Obwohl wir das Nordkap in gebührendem Abstand passieren, bekommen wir den Kapeffekt in Form von ungleichmäßigen hohen Wellen und starkem Gegenstrom zu spüren. Da müssen wir durch. Die Algenteppiche, die wir auch im Atlantik schon hatten, behindern zusätzlich, weil sie sich um die Schraube legen.

Freitag, 08.02.19 um 13.50 Uhr Fest am Ankerplatz in der Bucht von Chateaubelair, direkt vorm Customs-Office … dachten wir … als ein Boatsboy kam und uns eindringlich erklärte, dass es in der Nacht starke Winde aus Nord gibt. Dann war dieser Ankerplatz allerdings sehr gefährlich. Er wies uns auch gleich einen Platz an der nördlichen Steilwand der Bucht zu, die auch im Handbuch als sicher beschrieben war. Auf der Wetterkarte waren solche Winde nicht zu sehen. Also eine regionale Wettererscheinung oder Abzocke??? Egal, wir folgen seinem Rat, kommen allerdings dadurch etwas in Hektik, weil das Office um 16.00 Uhr schliesst. So ein Ankermanöver braucht schließlich seine Zeit und Ruhe. Wenn man da in übermüdetem Zustand gleich von der Seite angequatscht wird, ist das kontraproduktiv. Wolfgang entschließt sich, den gerade festsitzenden Anker wieder hochzuziehen, dabei verfängt sich die Leine der Ankerboje im Bugstrahlruder. Schei…. Hoffentlich ist da nicht größerer Schaden entstanden. Das werden wir erst später rausfinden. Jetzt schnell das Beiboot ins Wasser lassen, die notwendigen Unterlagen zusammenpacken und ans Ufer zum Einklarieren.

Bei Customs und Immigration geht alles problemlos, allerdings in einem Raum, der den Namen ‘Office’ auf keinen Fall verdient. Zuerst werden wir in einen schmucklosen, etwas schmuddeligen Nebenraum geführt, in dem ein Tisch und ein Stuhl stand. Auf dem Tisch lag ein Formular von der Immigration, das wir ausfüllen mussten. Nachdem der Beamte 3 Kopien unserer Crew-Liste bekommen und mit unseren Pässen verglichen hatte, gingen wir zum Customs. Der Beamte sass hinter einer kleinen Wandöffnung in einem fensterlosen!!! Raum. Einzige Lichtquelle war eine Glühlampe, die er im Rücken hatte. Für uns gab es keine Möglichkeit, unsere Papiere und Taschen irgendwo abzustellen. Also landete alles auf dem mehr als dreckigen Fussboden. Nachdem er alle Unterlagen akribisch geprüft hatte, gings ans bezahlen. Wir haben noch keine EC$ und bekommen hier auch keine, deshalb musste ich mit US$ bezahlen. Er rechnete um, 28 US$. Ich schob 30 rüber. Er nahm sie. Wechselgeld gab es nicht. Das passierte uns dann noch öfter. Wir brauchen unbedingt das bunte Geld!

St. Vincent – Chateaubelair

Sonnabend, 09.02.19

Als wir gestern zum Einklarieren wollten, landeten wir direkt vor dem Haus von Fizmore, der uns half, unser Dinghi aus dem Wasser zu ziehen. Er brachte uns auch zum Office und erklärte unterwegs kurz, was es hier im Ort alles gibt. Außerdem bot er an, uns zum nahegelegenen Wasserfall zu führen. Wir verabredeten uns für heute und gehen wieder direkt an seinem Haus an Land.
Der Weg geht zunächst durch den Ort noch oben, vorbei an einem sehr gepflegten Wasserwerk und einer von Sturm und Regen zerstörten Brücke, für die es aber eine Umleitung gibt. Unter der Brücke wäscht eine Frau Unmengen von Wäsche im Wasser, das vom Berg kommt. Überhaupt scheint hier heute überall Waschtag zu sein. Getrocknet wird die Wäsche überall, auf Geländern, Mauern, Dächern, manchmal auch auf einer Wäscheleine.
Dann laufen wir durch üppig grüne Landschaft. Einige Pflanzen erklärt und unser Begleiter. Ein Regenguß erwischt uns. Das Wasser ist warm und alles trocknet schnell wieder. Fizmore klettert auf einen großen Baum, der voller Orangen hängt und pflückt einige der saftigen Früchte für uns. Dann müssen wir noch über eine aus Bambusstämmen gebaute Hänge-Brücke und sind am National Park, in dem der Wasserfall ist. Das Gelände macht einen gepflegten Eindruck. Es gibt Picknickplätze und ein Umkleide-Häuschen, denn hier kann man unter dem Wasserfall duschen. Es gibt sogar extra ein Becken, wo Kinder baden können. Na da zahlt man doch gerne etwas mehr Eintritt, denn auch hier gibt es kein Wechselgeld.

Der Rückweg geht schneller, weil talwärts. Die Häuser im Ort sind oft in schlechtem Zustand, es liegt viel Gerümpel herum. Dann sind wir wieder am Strand, verabschieden uns von Fizmore und fahren zum Boot, denn hier muss noch die Leine aus dem Bugstrahlruder geholt werden. Das Boot bewegt sich aber stark im auffrischenden Wind, so dass die Arbeit abgebrochen werden muss. Wir müssen morgen noch hier bleiben und die Leinen wenigsten so abschneiden, dass die Klappen richtig schliessen. Das gelingt dann auch. Wir können am Montag die Bucht verlassen.

Chateaubelair, Sonnenuntergang in der Ankerbucht.

Über den Atlantik

Über den Atlantik

Wir haben es geschafft!!

Nach 17 Tagen 22 Stunden und 15 Minuten, viel länger als geplant, haben wir am Freitag, 25.01.19 die Insel Barbados in der Karibik, auf der anderen Seite des Atlantiks erreicht.

Der Wind war auf einem großen Teil der Strecke recht gemütlich, dafür waren die Wellen kräftig. Sie kamen aus verschiedenen Richtungen, so dass wie fast über die gesamte Strecke kräftige Rollbewegungen im Boot hatten, was ziemlich anstrengend ist.

Wir haben im Hafen Port St. Charles, im Norden der Insel einklariert und liegen etwa 1 sm südlich von diesem Hafen vor Anker. Hier wollten wir uns von der schaukeligen Überfahrt erholen, was nur teilweise gelingt, weil Wind und Wellen das Boot auch hier in Bewegung halten. 

Am Sonnabend erkundeten wir etwas die Umgebung und die Möglichkeiten, wie Ingmar am Sonntag am besten zum Flughafen kommt. Mit ihm war einiges leichter, vor allem konnten wir etwas mehr schlafen. Aber er freut sich auf zu Hause. 

Für uns stehen nun Reinigungs-, Reparatur- und Wartungsarbeiten auf dem Programm. Vor allem aber haben wir endlich einen Shop gefunden, wo wir eine Datenkarte für’s Internet kaufen konnten. Nicht gerade ein Schnäppchen, wie alles hier. Damit wird es mir jetzt hoffentlich gelingen, diesen Beitrag online zu stellen. 

Nachtrag 02.02.19

Ich muss feststellen, dass ich den Beitrag nicht hochladen kann. In den umliegenden Restaurants ist das Internet auch unzuverlässig.

Das Anlanden mit dem Dinghi ist oft eine feucht-sandige Angelegenheit, so dass man nicht immer den Laptop mitnehmen möchte. 

Wir sind nun schon mehr als eine Woche auf dieser Insel. Es wird also dringend Zeit für ein Lebenszeichen von uns.

Ich muss nun den umständlichen Weg wählen und auf Hilfe von zu Hause zurückgreifen … wenn ich es denn schaffe, den Beitrag per Mail zu versenden …

(geschafft!)

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