28.06.2014 | Nach Dänemark

28.06.2014 | Nach Dänemark

Gegen Morgen hat der Wind auf westliche Richtungen gedreht.

Damit wurde es sehr unruhig am Ankerplatz. Dann fing der Anker an zu slippen. Höchste Zeit, von hier zu verschwinden.
Wir segeln nur mit Genua in Richtung Kadettrinne. Wir kommen gut voran. Unser Weg führt uns heute nach Dänemark, wo wir gut eine Woche zu Gast sein wollen. Auf dem Verkehrstrennungsgebiet ist kaum Verkehr. Auch im Bereich des Hafens von Gedser ist es ruhig. So erreichen wir unseren heutigen Ankerplatz östlich von Gedser ohne Probleme.
Wir sind bisher noch nicht dazu gekommen, die weitere Route im einzelnen zu planen. Das muß heute unbedingt erledigt werden.

Wer unsere Seite bisher aufmerksam gelesen hat, wird feststellen, dass wir von unserer geplanten Route abweichen.
Wir sind in diesem Jahr wegen der vielen Vorbereitungsarbeiten noch nicht zum Segeln gekommen. Deshalb haben wir uns überlegt, dass es besser ist, langsam anzufangen.

Wir fahren also nicht durch den Nord-Ostsee-Kanal, sondern erstmal nach Norden, nach Dänemark. Hier geht es durch den Öresund, über das Kattegat zum Limfjord, der einen relativ geschützten Weg zur Nordsee bietet. Nach dem Überqueren der Nordsee werden wir an der englischen Küste Richtung Süden fahren, um dann am Englischen Kanal wieder auf die eigentliche Route zu kommen.

25.06.2014 | Von Bansin nach Glowe

25.06.2014 | Von Bansin nach Glowe

Ein schöner Segeltag beginnt

Nach einer unruhigen Nacht gehen wir um 9.15 Uhr Anker auf. Heute ist mit 2-3 Bft aus östlichen Richtungen guter Wind zum Segeln. Gleich nach dem Start rollen wir die Genua aus. Unsere “Nereus” nimmt mit 5,9 kn Fahrt auf. Gegen 12.00 Uhr wollen wir das Groß hochziehen, es hatte sich aber verhakt. Nach einer halben Stunde war auch dieses Problem gemeistert.

Plötzlich treffen wir mitten auf der Ostsee einen Segler aus unseren früheren Wohnort, den Wolfgang kennt. Kurze Annäherung, ein paar Worte wechseln, jeder zieht wieder seines Weges. Was für Zufälle es gibt!

Später dreht der Wind weiter nach Nord, Wolfgang geht so weit wie möglich an den Wind, damit wir nicht zu weit vom Kurs abkommen. Als wir gerade an Stubbenkammer vorbeifahren, fällt plötzlich das Groß-Segel runter. So schnell war es noch nie unten. Zum Glück liegt es fast vollständig im Lazy-Bag, Das Fall ist abgerissen.

Jetzt suchen wir einen ruhigen Platz für die Nacht, um morgen den Schaden zu reparieren. Auf dem gesamten Tromper Wiek steht der Wind, so daß wir uns für den Hafen in Glowe entscheiden. Ein netter kleiner Hafen, der Schutz vor östlichen und nördlichen Winden bietet.

24.06.2014 | 14:40 Leinen los!

24.06.2014 | 14:40 Leinen los!

Bei Windstille verlässt die NEREUS unter Motor den Hafen der Lagunenstadt Ueckermünde. Nachdem es kurz vor dem Start doch noch sehr turbulent im Hafen zuging und das Interesse an dem Vorhaben unerwartet (und eigentlich auch ungewollt) war, freuen sich die beiden nun erst einmal auf die Ruhe und das Alleinsein auf dem Wasser.
KU

Endlich ist es soweit.

Am 24.06.2014 werfen wir um 14.40 Uhr die Leinen los. Unsere große Reise, von der wir selbst noch nicht ganz genau wissen, wohin sie uns im Einzelnen führen wird, beginnt.

Es hatte sich im Hafen herumgesprochen und so ist auch die Presse und eine Kamera dabei. Den Film konnten wir leider noch nicht begutachten. Oft müssen wir Fragen beantworten. Dabei treten auch noch diverse technische Probleme am Schiff auf, die schnell gelöst werden müssen. Große Sorgen bereitet uns einen Tag vor Abfahrt unsere Navigationstechnik, die plötzlich nicht mehr funktioniert. So fährt uns Sven kurz entschlossen nach Berlin, wo wir Unterstüzung bekamen. Danke Sven!

Das alles war ziemlich anstrengend und wir durften ja möglichst nichts bei unseren Vorbereitungen vergessen.
Wir haben uns von unserer Familie verabschiedet.

Jetzt fahren wir langsam aus dem Hafen, wo auch der Hafenmeister steht, der uns im vergangenen Herbst und jetzt im Frühjahr einen guten Platz zum Beladen unseres Schiffes gegeben hat.

Segelyacht Nereus

Elise mit Sven und Claudius an der Kamera

Weiter geht es durch die Uecker in das Stettiner Haff. Ein Stück begleitet uns Sven mit seiner blauen “Elise”, Claudius steht mit seiner Kamera auf dem Bug und filmt. Dann dreht Sven noch eine Runde und fährt wieder zurück zum Hafen.

Wir fahren alleine weiter über das Stettiner Haff.

Leider verlässt uns auch der Wind, so dass wir für den Rest des Tages motoren müssen. Durch das Haff zieht sich die Deutsch-Polnische Grenze die wir überqueren. Auf der polnischen Seite des Haffs gibt es viele Stellnetze der Fischerei. Leider sind sie sehr schlecht zu sehen, so dass wir beide die Augen offen halten und froh sind, als wir nach dem passieren der Berufsschiffahrt in die Kaiserfahrt einfahren können.
Hier müssen wir viele Schiffe beachten, die Bagger- und Uferbefestigungsarbeiten durchführen. Es wird viel gebaut. Am Ufer sehen wir zahlreiche abgestorbene Bäume, auf denen Tausende Vögel sitzen. Ein eigenartiges Bild.

In Swinemünde wendet eine große Fähre direkt vor uns.

Wir müssen erstmal Kreise drehen. Um 20.15 Uhr fahren wir in die Ostsee. Eine halbe Stunde später passieren wir wieder die Deutsch-Polnische Grenze. Diesmal in Richtung Deutschland.

Nun wird es Zeit, einen Ankerplatz zu suchen. Der Wind weht nur schwach aber aus östlichen Richtungen. Schlechte Bedingungen, um vor einer Ostküste zu ankern. Wir wagen es trotzdem. Der Anker fällt um 21.50 Uhr nach 29,3 sm und sitzt fest. Wegen Wind und Dünung aus unterschiedlichen Richtungen rollt das Schiff kräftig. Ankeralarm ist eingestellt. Wir beschließen wegen der starken Bewegungen aber, uns nicht auf die Technik zu verlassen und abwechselnd Ankerwache zu halten.
SD

“Leinen los! Aus unserem Vorpommern in die Welt”

“Leinen los! Aus unserem Vorpommern in die Welt”

So titelte die Haff-Zeitung/Nordkurier in ihrer Ausgabe von heute.

Am vergangenen Samstag versammelte sich unsere Familie noch einmal in der Lagunenstadt Ueckermünde um Abschied zu nehmen. Wir sind alle sehr stolz auf unsere Eltern aber eben auch wehmütig wenn wir daran denken, dass wir uns für längere Zeit nicht sehen werden.

Wir saßen zusammen und haben noch einmal über den Weg gesprochen, den die Beiden seit sehr vielen Jahren gegangen sind um sich diesen gemeinsamen Traum zu realisieren. Und sie haben eben nicht nur geträumt und davon geredet, sie haben gerichtet dieses Ziel verfolgt. Dass es nun soweit ist, die Leinen los zu machen und den Hafen in der Lagunenstadt Ueckermünde zu verlassen ist für mich der größte und vielleicht auch schwerste Schritt der ganzen Reise.

Unser Beisammensein wurde von einem Filmteam begleitet und eine sehr nette Reporterin von der Haff-Zeitung / Nordkurier interviewte unsere Eltern. Ihren wirklich sehr emotionellen Artikel stellen wir Euch hier zum Lesen zur Verfügung.

Wann es nun konkret los geht, steht noch nicht genau fest. Einige kleine technische Details müssen noch geklärt werden und natürlich muss auch das Wetter mitspielen. Aber es wird sich wohl nur noch um wenige Stunden handeln …

Artikel: “Leinen los! Aus unserem Vorpommern in die Welt”