Das Schiff hat einen Mast

Das Schiff hat einen Mast

Es geht vorwärts mit unserem neuen Schiff. Neben den vielen Arbeiten im Inneren unseres Schiffes, wurde heute ein markantes äußeres Zeichen gesetzt. Nachdem in den letzten Tagen in angenehmer Arbeitshöhe Leinen und Kabel in den Mast gezogen, diverse Instumente für Messgeräte, die Salinge und Wanten und noch vieles mehr angebaut wurden, kam heute der Kran, um den kompletten über 20 m langen “Spargel” auf das Boot zu heben. Die Männer hatte alle Hände voll zu tun, um ihn zu fixieren, mit den Wanten zu verspannen und das Vorstag zu montieren. Eine Arbeit, an der mehrere Firmen beteiligt waren. Es hat alles super geklappt. Gut gemacht!
Sollten wir morgen noch den ersten Mann auf’s Foto bekommen, der in unseren Mast steigt, wird dieses Foto natürlich nachgereicht.

Hier der versprochene Nachtrag

Überfahrt nach Lissabon

Überfahrt nach Lissabon

Mittwoch, 11. Mai
Wir fahren heute erst am Nachmittag los, weil wir am Vormittag noch eine Front mit starken Windböhen abziehen lassen wollen. Wenn wir aber erst morgen fahren, haben wir keinen guten Wind mehr bis zum Festland, wenn die Theorie stimmt.
Nachdem wir den Dieseltank nochmal aufgefüllt hatten, verlassen wir kurz nach 16.00 Uhr den Hafen von Quinta do Lorde mit Kurs auf die Ostspitze der Insel. Hinter dem Kap geht es richtig los. Wir haben 10 – 15 kn Wind aus NW später auf West drehend. Mit 6 – 7 kn geht es vorwärts. Nach 24 Stunden haben wir 134 nm zurückgelegt. Seit wir Porto Santo, die nördliche Schwesterinsel von Madeira hinter uns gelassen haben, ist auch kein anderes Schiff zu sehen. Wir sind alleine mit dem Meer.
Am Freitag nimmt der Wind etwas ab und dreht auf Nord. Wir können Lissabon nicht mehr direkt ansteuern.

Nach 48 Stunden haben 248 nm, also fast die Hälfte der Strecke geschafft, sind aber auch weit weg vom eigentlichen Kurs. Der Wind wird immer schwächer. Wir nehmen das Segel weg und motoren in die Nacht. Auch am Sonnabend geht es bei schwachem Wind nur langsam voran. Am Sonntag wird der Wind wieder stärker, kommt jetzt aber aus NO, also genau von vorn. Es bauen sich hohe Wellen auf, gegen die unsere Maschine fast machtlos ist. Wir machen kaum noch Geschwindigkeit. Jede größere Welle wirft uns aus dem Kurs. Der Autopilot schafft das kaum noch. Ausserdem verbrauchen wir zu viel Diesel. Am Montag im Morgengrauen haben wir genug Höhe erreicht, um nicht zu weit südlich auf das portugiesische Festland zu treffen. Wir ändern den Kurs und holen das kleine Vorsegel heraus. Unter diesen besseren Bedingungen wollen wir die Bucht von Sesimbra anlaufen. Am Montag, den 16.Mai machen wir nachmittags nach genau 5 Tagen im dortigen Sportboothafen fest.

Sesimbra ist ein hübscher Ort ca. 50 km südlich von Lissabon. Hier habe ich hier wohl vergessen, zu fotografieren. Die Neubauten und Hotels, die oben am Hang kleben, kann man gut ausblenden, wenn man durch die kleinen Straßen und Gassen des Ortes schlendert. Hier gefällt es uns. Wir würden gerne hier warten, bis unser neues Boot startklar ist. Aber wir werden in Doca do Belém erwartet. So motoren wir am 23. Mai bei kaum Wind gen Norden.

Am Cabo-Espichel ist die Bucht zu Ende, jetzt geht es nach Norden bis zur Einfahrt des Tejo

Am Cabo-Espichel ist die Bucht zu Ende, jetzt geht es nach Norden bis zur Einfahrt des Tejo

Im Fluss Tejo gibt es eine starke Tidenstömung. Wir wollen mit dem Strom reinfahren, denn dagegen hätten wir kaum eine Chance. Als wir in der Nähe des Hafens sind, melden wir uns, wie üblich über Funk an – und bekommen keine Antwort. Also ohne Hilfe festmachen. Der für uns reservierte Steg ist belegt. Wir gehen an den einzigen freien, der für uns in Frage kommt. Das scheint auch kein Problem zu sein.

An diesem Steg endet die gemeinsame Reise mit unserer 'Alten Lady'

An diesem Steg endet die gemeinsame Reise mit unserer ‘Alten Lady’

Wir liegen direkt vor der Hafeneinfahrt und bekommen jede Welle sowohl von der Tidenströmung als auch von vorbeifahrenden Schiffen zu spüren. Direkt neben uns reckt sich ein touristischer Anziehungspunkt, das Monument der Entdecker in die Höhe.

Monument der Endecker direkt am Hafen

Monument der Endecker direkt am Hafen

 

Auf der anderen Seite ist eine Hauptverkehrsstrasse und eine Eisenbahnlinie. So ist das eben in einer Großstadt. Dafür sind wir gleich neben dem Werftgelände auf dem bereits unser neues Boot steht. So können wir den Einbau der Geräte, die wir zusätzlich bestellt haben, begleiten und hoffentlich dazu beitragen, dass alles nach unseren Vorstellungen und möglichst schnell fertig wird.

Auf dem alten Boot wird inzwischen der Umzug vorbereitet, einige Teile der Stadt können wir uns im Gegensatz zum letzten Jahr, in aller Ruhe ansehen. Hier ein kleiner Eindruck: