31.12.2018Logbuch

Die kleine Insel Fogo

Am Donnerstag ging unser Flug nach Fogo, einer kleinen und der geologisch jüngsten der Kapverdischen Inseln. Nur 15 Minuten nach dem Start setzte die kleine Maschine schon wieder auf dem Rollfeld auf. Die Fähre hätte ca. 6 h gebraucht.

Für die nächsten 2 Nächte dürfen wir hier in der Pension ‘Colonial Guesthouse’ im Ortszentrum der im Südwesten gelegenen Inselhauptstadt Sao Filipe verbringen. Dieses Haus hat wirklich Flair, man fühlt sich in vergangene Zeiten versetzt.

Am nächsten Morgen holte uns eines der knallgelben Taxis vom Hotel ab. Der Fahrer bemerkte wohl unsere verwunderten Gesichter und gab uns kurz zu verstehen, dass der Guide erst später zusteigt. Janny wohnt weiter oben in den Bergen. Die Familie betreibt hier eine Landwirtschaft. Weiter ging es auf der sich in Serpentinen windenden Pflasterstrasse in das Gebiet des Pico de Fogo. Der Vulkan ist noch aktiv. Der letzte Ausbruch war erst 2014!

Ein Ort wurde unter der Lava begraben. Die Menschen konnten rechtzeitig evakuiert werden. Ihnen wurden von der Regierung auch mit deutscher Unterstützung neue Häuser zur Verfügung gestellt. Sie wollten aber dort nicht bleiben. Sie sind Bauern und hatten hier kein Land, um für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. So kehrten bereits 5 Monate nach dem Ausbruch die ersten Familien an den Ort zurück, um ihre Häuser neu zu bauen. Auch die einzige Straße durch dieses Gebiet ist nicht mehr passierbar. Man ist dabei eine neue Straße durch das neu geformte Gelände zu bauen.

Zunächst gab es keine Unterstützung von staatlicher Seite. Das hat sich inzwischen geändert. Aktuell wird ein neues Schulgebäude und eine Gesundheitsstation errichtet. Auch das Gebäude der Weinkooperative wurde durch die Lava zerstört. Die Weinfässer konnten rechtzeitig umgelagert werden. Die Anbauflächen wurden immer weiter vergrößert, so wurde der neue Winzerbetrieb den steigenden Anforderungen angepasst.

Es war eine beeindruckende Fahrt über Lavapisten, denn die neue Strasse ist noch nicht fertig. Vorbei an Menschen, die unermüdlich arbeiten, um sich eine neue Lebensgrunslage zu schaffen. Vorbei an Häusern, die mehr oder weniger tief im Lavafeld stecken, daneben die neuen aus Lavasteinen errichteten Häuser in traditioneller Bauweise oder aus Betonsteinen. Zwischendrin immer wieder grüne Oasen inmitten der schwarzen Lava.
Einige der Fotos sind aus dem Auto entstanden, Reflektionen ließen sich nicht ganz vermeiden.

Wir fuhren den gleichen Weg zurück und umrundeten die Insel im Osten beginnend entgegen dem Uhrzeigersinn. Die Landschaft änderte immer wieder ihren Charakter. Da gab es trockenere Bereiche mit Sisal und Aloe als Erosionsschutz. Dann war die Rückseite des Kraters zu sehen.

Weiter führt der Weg Richtung Norden nach Mosteiros, wo wir in einem Restaurant, das quasi auf einem kleinen Gipfel schwebt, unser Mittagessen einnehmen. Janny hatte unsere Menü-Auswahl von unterwegs per Telefon mitgeteilt. Die Chefin begrüsst uns alle per Handschlag. Nach einem kurzen Plausch wird schon mit dem Zubereiten der Mahlzeit begonnen. – No Stress – Cabo Verde.

Zu diesem Haus führt keine Strasse. Alles, was hier angeliefert wird, jede Flasche Wasser usw. muss über einen schmalen Weg mit Treppen getragen werden. Ob die Jungs dafür extra entlohnt wurden, wissen wir nicht. Wir waren von dieser Situation so fasziniert, dass wir leider vergessen haben, zu fotografieren. Erst drinnen haben wir die Lampen aus den Wurzeln eines Kaffee-Strauches für die Nachwelt festgehalten. Der Kaffee, der gleich unten am Weg wächst, war hier natürlich besonders lecker. Vielen Dank an die nette Familie, die hier unter schwierigsten Bedingungen ein Restaurant betreibt.

Auf der Westseite der Insel gelangen wir zur ehemaligen Saline in Sao Jorge. Heute stehen hier viele der kleinen bunten Fischerboote, die auch mit Touristen aufs Meer fahren. Ausserdem ist die Bucht mit den vorgelagerten Riffen eine der wenigen Stellen auf der Insel, wo man ganzjährig gefahrlos baden kann.

Weiter geht die Fahrt in Richtung Süden, bis wir nach mehr als 100 km Autofahrt wieder in Sao Filipe ankommen und wieder ein Tag voller neuer Eindrücke zu Ende geht.

Am Sonnabend fliegen wir nachmittags zurück nach Santiago und weil heute kein Flug mehr nach Sal, unserem eigentlichen Ziel, geht, wurde für uns nochmal eine Nacht in dem schon bekannten Hotel Oasis Atlantico Praiamar gebucht.

 

Die Urlaubsinsel Sal

Am Sonntag fliegen wir nach Sal, wo wir uns von der einrucksvollen Reise erholen können. Über Sal gibt es nicht viel zu berichten. Es ist eine flache Insel aus Stein und Sand. Es gibt weiße Sandstände und die Sonne scheint das ganze Jahr. Hier kann man bei Luft-Temperaturen um die 28 bis 30 Grad und Wasser-Temperaturen um 26° die Seele baumeln lassen. Im Süden der Insel, in Santa Maria, wurden verschiedene Hotelanlagen errichtet, wo der gestresste Gast mit allem erdenklichen Komfort versorgt wird. Es gibt hier nur wenige Ausflugsziele. Wer also einfach mal aus dem Alltag raus will und nur Sonne, Sand, Meer und Pool braucht, der wird hier sicher ein passendes Hotel finden.
Auch der Ort Santa Maria macht sich hübsch. Hier wurde gerade die staubige Hauptstasse gepflastert und mit Gehwegen versehen. Neue helle Ladenpassagen sind schon entstanden. Ein Stück weiter gibt es auch noch die ursprünglichen Lonjas, Bars und Restaurants. Hier ist einiges im Wandel. In ein paar Jahren wird der Urlauber vielleicht kaum noch merken, dass er in Afrika ist. Für die Kapverdianer ist der Tourismus die große Hoffnung für die Zukunft.
Auch wir verbringen hier im Hotel Morabeza 2 entspannte Tage, genießen gutes Essen zu europäischen Preisen in angenehmer Umgebung.

Am Dienstag, den 18.12 18 fliegen wir zum letzten Mal auf dieser Reise. In Sao Vicente werden wir wieder vom Flughafen abgeholt und zur Marina gebracht, wo diese Rundreise zu Ende ist.

Fazit der Reise

Zuerst ein großes Lob und Dankeschön an den Reiseveranstalter ‘vista verde tours Lda.’. Die Reise war sehr gut organisiert, alle Transfers pünktlich. Die Guides auf den einzelnen Inseln waren absolut kompetent. Sie sprachen alle ein langsames und deutliches Englisch, womit sie auf unsere weniger umfangreichen Kenntnisse in dieser Sprache Rücksicht nahmen und wir trotzdem viele Informationen bekamen. Wir lernten 5 Inseln kennen, wohnten in 4 Hotels, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Auch die Entscheidung gegen Mietwagen zum Selbstfahren und für Fahrer und Guide war auf jeden Fall richtig, wenn auch etwas teurer. Die excellente Ortskenntnis unserer Begleiter ließ keine Frage offen und brachte uns auf jeden Fall mehr Informationen als jeder Reiseführer.
Wir sind also sehr zufrieden und werden versuchen, so etwas auch in anderen Ländern zu wiederholen.

Wir wünschen allen Lesern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019!

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Hallo, wir sind Sigrid und Wolfgang – wir segeln mit mit unserer Segelyacht NEREUS in die Welt. Begleite uns auf unserem Blog.

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