Union Island und Carriacou

10.03.2019

nach Union Island

23.02.19

Auf Grund des anhaltend starken und böhigen Windes haben wir beschlossen, die ungeschützt liegenden kleinen Inseln Mayreau und die Tobago Cays einfach links liegen zu lassen.
Wir müssen etwas ausholen, um zwischen den Catholic-Islands und der Insel Mayreau durch zu fahren. Wir wollen uns die Buchten wenigstens aus der Ferne ansehen, denn wegen des z.T. Starken Windes aus NO, der auch für die kommende Nacht wieder mit über 30 kn angesagt ist, lassen wir diese Insel und die dahinter liegenden Tobago Cays diesmal aus. Schade, denn dort gibt es wohl die Fotomotive, die so Karibik-typisch sind.
wir haben aber vor, diese Strecke später auch wieder in Richtung Norden zu fahren. Vielleicht ist dann ruhigeres Wetter.
Unser jetziges Ziel ist Union Island.
Auch hier steuern wir nicht den Haupthafen in Clifton auf der Ostseite der Insel an, sondern nehmen die geschütztere Bucht auf der Westseite. An dieser Bucht liegt kein Ort, aber ein paar geschäftstüchtige Bewohner der Insel haben hier mehr oder weniger komfortabele Hütten aufgebaut, wo man was trinken oder auch essen kann. Oft gibt es am Abend auch Musik dazu.
Als wir den Anker noch nicht mal richtig plaziert haben, kommt schon ein Boot längsseits. Wir werden gefragt, ob wir heute Abend zum Dinner kommen und was wir denn essen möchten. Dazu hatten wir uns jetzt, kurz nach 13.00 Uhr überhaupt noch keine Gedanken gemacht. Wir sind auf Selbstversorgung eingestellt, und lehnen erstmal dankend ab. Als wir später an Land fahren, verabreden wir uns mit Vanessa für morgen an ihrer pinkfarbenen Hütte zum Dinner. Sie serviert uns ein leckeres Fischgericht, dazu gibt es Rum-Punch.

Katastrophentag

… oder Dinghitanz und Ankerwanderung

25.02.19

Es stürmt. Wir sitzen gerade beim Frühstück als sich der Bug vom Dinghi durch eine Welle nach oben hebt, noch eine Windböhe und es Tanzt auf dem Heck, wo der Motor befestigt ist … und kentert…Schei…..
Das Frühstück ist augenblicklich beendet. wir versuchen das Schlauchboot wieder umzudrehen. Der Motor ist zwar relativ gut vor Salzwasser geschützt, aber kopfüber unter Wasser, das ist dann doch zuviel.

Während Wolfgang gerade im Dinghi sitzt, um festzustellen, welchen Schaden der Motor genommen hat und ich unter Deck beschäftigt bin, brüllt er plötzlich ‘lass alles liegen, komm raus, der Anker slippt’. Als ich ins Cockpit komme, sehe ich dass wir schon ein gutes Stück von unserem Ankerplatz entfernt sind und schon fast die Bucht verlassen. Warum wir beide den Ankeralarm nicht gehört haben, ist unklar. Warum wir gleich so weit abgetrieben sind, liegt am Ankergrund in dieser Bucht. Auf einer großen Fläche ankert man hier auf 5 – 6 m Tiefe, dann gibt es einen Absatz, an dem die Tiefe plötzlich auf ca. 30 m abfällt. Da hat der Anker natürlich keine Chance, sich nochmal einzugraben. Glücklicherweise sind wir keinem anderen Boot zu nahe gekommen. Also Motor an und neu ankern. Diesmal war der Platz noch besser und der Anker sitzt.

Wegen längerer Reparaturarbeiten am Außenborder ziehen wir ihn später mit dem Kran vom Dinghi nach oben, um ihn an der Heck-Reling des Bootes zu befestigen. Dabei löst sich der Reserve-Anker und fällt … na, zum Glück ins Dinghi, das zum Motor hochziehen direkt am Heck festgebunden ist. Sonst hätten wir jetzt tauchen müssen …

Inselwanderung

27.02.19
Union Island ist auf unserem Weg die südlichste Insel des Staates ‘St. Vincent and the Grenadines’. Das bedeutet, dass wir hier ausklarieren müssen und die Behörde sitzt natürlich in Clifton, auf der anderen Seite der Insel. Auf der Karte sieht das wiedermal nicht so schlimm aus, vielleicht 2 km. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. An der Strandbar fragen wir nochmal, ob dieser Trampelpfad der richtige Weg ist. In der Regenzeit läuft hier wahrscheinlich ein Bach vom Berg zum Meer. Später war der Weg auf einer trockenen Wiese kaum noch erkennbar, bevor er hinter dem Gipfel auf eine Betonstrasse trifft. Dieser Strasse können wir bis zum Ort folgen, den wir nach ca. 2 Std.!! erreichen. Nach einer Weile finden wir das Behördengebäude, ein unscheinbares Schild weist uns den Weg. Es ist gerade Lunchtime. Wir sollen in einer Stunde wiederkommen oder Overtime, eine Überstundengebühr, zahlen, hören wir aus dem unfreundlichen Gemurmel der Angestellten heraus. So eilig haben wir es nicht. Wir trinken einen wässrigen Smoothy in einer Bar direkt am Hafen und beobachten das Treiben.
Dann erledigen wir die Formalitäten bei Customs und Immigration, füllen exakt das gleiche Formular aus, wie in Chateaubelair, legen wieder 3 Kopien unserer Crewlist bei. Was machen die eigentlich mit dem vielen Papier???

Nach erledigter Pflicht bummeln wir noch etwas durch den Ort, kaufen etwas Obst, lassen uns eine Trinknuss schmecken und überlegen wie wir wieder zurückkommen. Da hält neben uns ein Auto. Es ist Seckie, der Mann von Vanessa. Er fragt, ob wir mit zur Chatham Bay fahren wollen. Er hat noch ein paar Dinge zu erledigen, wir sollen hier auf ihn warten. Aber gerne. So einfach lösen sich manchmal schwierige Probleme, denn solche Sammeltaxis oder Busse, wie auf den anderen Inseln, haben wir hier noch nicht gesehen. Als Seckie zurückkommt, sitzt auch Vanessa im Auto. Die Strasse erscheint uns jetzt viel kürzer als heute Vormittag. An der Stelle, wo unser Pfad auf die Betonstrasse traf, biegt Seckie jetzt in eine andere Richtung ab. Wir trauen unseren Augen nicht, die beiden lachen. Ja, es ist der richtige Weg. Es ist ein steiniges ausgewaschenes Flussbett, das steil nach unten führt. Seckie hat Geduld, er fährt sehr langsam, tastet sich von Stein zu Stein …
Wir wissen nun auch, warum wir für diesen Weg niemals ein normales Taxi bekommen hätten.

nach Carriacou

28.02.19

Heute fahren wir nur 9 sm zur Hillsborough Bay auf Carriacou. Die Bucht ist groß und bietet genügend Platz. Die Insel gehört zu Grenada, deshalb müssen wir hier wieder einklarieren. Die Immigration befindet sich im Polizei-Gebäude. Es sind wieder die üblichen Formulare auszufüllen, an die mehrere Kopien unserer Crewliste geheftet werden. Der junge Beamte kann den Vorgang offenbar nicht selbst zu Ende bringen, er ruft seine Chefin an, die gerade auf dem benachbarten Flughafen zu tun hat. Sie trifft dann auch irgenwann ein und erledigt auch die Einklarierung bei Customs. Das ist doch mal ein rationelles Verfahren. Bis der ganze Papirkram erledigt ist, verbringen wir 1 Stunde in dem gut gekühlten Büro.

Der Ort begeistert uns nicht, deshalb bleibt dieser unser einziger Landausflug auf dieser Insel.

Der Wind dreht auf nordöstliche Richtungen und bringt kräftigen Schwell in die Bucht von Hillsborough. Es wird immer ungemütlicher, der Anker hält aber noch gut, deshalb schieben wir die Entscheidung, die Bucht zu wechseln immer weiter raus, auch weil wir gerne noch nach Sandy Island – ein Haufen Sand mit Palmen im Meer – fahren wollten.

Am Sonntag, 03.03.19 gegen 11.00 Uhr fahren wir dann doch um die Ecke in die Tyrrel-Bucht. Wir hätten es auch lassen können. Die Bucht ist gut gefüllt. Wir versuchen auf mehreren Stellen zu ankern, entweder werden wir bei Stillstand von einer Böhe weggetrieben und liegen dann zu dicht an einem anderen Boot oder an einer Boje oder der Anker greift nicht. Schliesslich verfängt sich unser Anker in der Kette eines anderen Bootes. Ich habe die Versuche nicht mehr mitgezält, aber es reicht jetzt. Wir lassen den Anker am Ende des Ankerfeldes auf 7 m fallen. Bis morgen früh wird es reichen. Dann fahren wir weiter nach Grenada.

 

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