Werftaufenthalt

Werftaufenthalt

Kaum zu glauben, aber wahr! An dem noch ziemlich neuen Boot gehen schon die ersten Teile kaputt. So ist ein Seeventil gebrochen und muss unbedingt gewechselt werden. Wegen solcher Sachen kann ein Boot sinken! Auch die Toilette versieht ihren Dienst nicht mehr zuverlässig. Da muss eine neue mit stärkerer Pumpe eingebaut werden, sonst wird das auf größeren Strecken zu einem Problem.

nur kleine Leute kommen an die Stelle, an der der Kran von unten verschraubt werden muss

nur kleine Leute kommen an die Stelle, an der der Kran von unten verschraubt werden muss

Zusätzlich wollen wir noch einen Kran für den Außenborder aubauen lassen, damit der Weg von der Reling zum Dinghi mit dem Motor leichter wird.

Lange hat es gedauert bis die Pakete alle hier auf Lanzarote angekommen waren. Cecilia von der Werft stand uns dabei hilfreich zur Seite. Sie konnte uns dann recht schnell einen Termin geben, um die Arbeiten auszuführen.

Vorige Woche Donnerstag ging es los. 15.00 Uhr Kran-Termin.

Wolfgang von der MonAmour und sein Enkel Christian, der gerade zu Besuch ist, helfen uns.
Das Schiff bleibt gleich am Kran hängen. Nachdem das Unterwasserschiff grob gereinigt ist, wird der Borddurchlass für das neue Seeventil eingesetzt, denn nur deshalb muss das Schiff aus dem Wasser. Die Nacht verbringen wir etwas unkomfortabel am Kran hängend mit Zugang über eine lange Leiter und ohne Wasserbenutzung. Aus dieser Position bieten sich  ganz neue Perspektiven.

Am Freitag werden die Arbeiten fortgesetzt und plötzlich kommt Hecktik auf. Wir wollten noch die Ankerkette verlängern lassen, das geht schnell. Dann geht es gegen Mittag schon wieder ins Wasser. Das war eigentlich erst zum Feierabend geplant. Wir sollen noch am Steg der Werft bleiben, damit die Mechaniker kurze Wege haben. Es liegen aber schon 3 Boote dort, es ist kein Platz für uns. Die Boote müssen zusammenrücken, eins nach hinten, das andere etwas weiter nach vorne. Wolfgang manövriert die NEREUS in die Lücke. Das ist Präzisionsarbeit. Nach vorne und nach hinten ist kaum ein halber Meter Platz. Als wir diese Parksituation fotografieren wollten, war das hinter uns liegende Boot verschwunden. Der hätte aber auch ein paar Minuten früher ablegen können, dann wäre das alles etwas leichter gewesen. Die Arbeiten wurden am Freitag noch nicht beendet.

Das Wochenende verbringen wird am Werftsteg, wir sind aber im Wasser, so ist Manches leichter.

Am Steg der Werft

Am Steg der Werft

Am Steg der Werft

Am Steg der Werft

Irgendwann in dieser Zeit ist an dem vor uns liegenden Boot eine Leine gerissen. Auf diesem Boot ist niemand und das wohl schon seit längerer Zeit. Wir müssen uns also kümmern und das Boot mit einer der dort an Deck liegenden mehr oder weniger verschlissenen Leinen wieder fest machen, damit wir nicht gerammt werden.

Am Montag irgendwann am Vormittag werden die Arbeiten fortgesetzt. Es gibt noch Probleme mit dem Schaltpanel, das nicht funktioniert und einige Verständigungsschwierigkeiten technischer Art, weil der Mechanico eine Einbauanleitung von einer anderen Toilette benutzt. Wir hatten ihm das schon mehrmals gesagt, ihm auch die richtige gezeigt, aber er verwendet immer wieder die falsche und kommt dann völlig durcheinander. Ganz zu schweigen von den Sonderwünschen, die wir zusätzlich noch haben. Ein großes Problem ist ein Anschluss, den er einfach nicht dicht bekommt. Wir haben nicht mehr gezählt, wieviele Versuche es gebraucht hat. Jedenfalls konnten die Arbeiten auch am Montag noch nicht beendet werden.
Auch die Sicherung, die für die neue Toilette gebraucht wird, ist noch nicht da.

Der Dienstag beginnt wieder mit Warten. Schliesslich entschliesst man sich, den tropfenden Anschluß mit einem anderen Dichtmittel einzudichten, das muss aber einen Tag aushärten, bevor es eingebaut werden kann. Wir hatten uns gerade dazu entschlossen, noch einen Tag an der Werft zu bleiben, damit der Mechanico kurze Wege hat, als Cecilia uns sagte, dass die restlichen Arbeiten an unserem Liegeplatz durchgeführt werden. Der Steg wird nun für ein anderes Boot gebraucht.

Das Schaltpanel ist tatsächlich defekt, der Händler sendet uns ein neues zu.
Am Mittwoch geht es relativ pünktlich am Vormittag weiter. Der Anschluß ist jetzt endlich dicht. Das Schaltpanel muss durch eine provisorische Lösung ersetzt werden. Die Sicherung ist nun auch endlich da und wird eingebaut. Gegen Mittag ist soweit alles fertig.
Die Silikonfuge, die gestern von einem Spezialisten gemacht wurde, bekommt langsam Löcher und fällt zusammen. Richtig glatt war sie sowieso nicht. Das macht Wolfgang nun doch selber.
Als er sich das alles nochmal genau ansieht, stellt er fest, dass das Magnetventil falsch eingebaut ist. Deshalb also die merkwürdigen Geräusche beim Spülen. Er behebt das Problem, jetzt funktioniert es!

Die nächsten zwei Tage verbringen wir mit putzen innen und außen. Die Arbeiten im Boot haben eine Menge Staub hinterlassen, aber der Wind hat auch während des Aufenthaltes in der Werft viel Dreck auf unser Deck gepustet.
Jetzt fühlen wir uns wieder wohl in unserer mobilen Wohnung.

In den nächsten Tagen werden wir unser Boot wieder auf unsere Abwesenheit vorbereiten. Der Heimflug ist bereits gebucht.

Dieser Blog wird nun wieder pausieren.

Wenn wir im Herbst nach Lanzarote zurückkehren, werden wir uns an dieser Stelle wieder melden.
Bis dahin wünschen wir unseren Lesern

einen schönen Sommer … und bleibt weiterhin schön neugierig!

Museo Agricola

Museo Agricola

Nachdem wir in der vertrauten Marina Rubicon angekommen waren, standen erstmal die üblichen Haus- und Reinigungsarbeiten an. Ein Rundgang durch die Marina zeigte uns, dass auch hier die Welt nicht stehen geblieben ist. An einigen der noch leer stehenden Räumlichkeiten wird gebaut. Es sind neue Restaurants entstanden. Gibt es nicht schon genug davon???
Auch bei den Boutiquen hat es Veränderungen gegeben.

Bei unserer Überfahrt nach Madeira, den übrig gebliebenen wenigen Tagen vor Anker und dann nach Lanzarote, haben wir natürlich auch wieder das Eine oder Andere festgestellt, was am Boot noch optimiert werden müsste. Das dazu notwendige Material ist zum Teil nicht auf der Insel zu beschaffen, wir haben es in Deutschland bestellt und hoffen auf eine zügige Lieferung. Andere Teile können wir hier kaufen, dazu mieten wir uns für eine Woche ein Auto und machen Urlaub von der Arbeit am Boot. Die Zeit  vergeht wie im Fluge.
Neben den Einkäufen blieb natürlich auch noch genügend Zeit, um sich wiedermal auf der Insel umzusehen.

Sie ist wieder erstaunlich grün. Kein Vergleich mit den grünen Inseln La Palma und La Gomera, wo wir ja gerade herkommen, aber für diese karge Insel sind die entstanden Wiesen schon ein Zeichen von überdurchschnittlich viel Niederschlag in den vergangenen Monaten.

Der Besuch eines Weinbau-Museums stand auch auf unserem Programm. Das hat leider nicht geklappt, aber ganz in der Nähe befindet sich ein Museum, das wir schon x mal besuchen wollten, das aber immer, wenn wir in den vergangenen Jahren hier waren, geschlossen war. Heute steht die Tür vom Museo Agricola in Tiagua offen.
In solchen Bauern- oder Heimat-Museen kann man viel über das Leben der Menschen in vergangenen Zeiten erfahren. Wir erleben ein Bauerngehöft aus dem Jahre 1840, das zum größten und ältesten landwirtschaftlichen Betrieb von Lanzarote gehört. Bis 1960 war es bewohnt und wird auch heute noch bewirtschaftet. Das weitläufige Anwesen wurde liebevoll restauriert.

Zum Ablauf des Tages und des Lebens stand auf einer der Ausstellungstafeln der folgende sinnreiche, zum Nachdenken anregende  Text:

Die Aufgehende Sonne

Wir alle brauchen Anhaltspunkte, um zu wissen, wo wir uns befinden, um zu wissen wohin wir gehen.
Wir kennen den Verlauf der Zeit nicht im Uhrzeigersinn, sondern nach dem Sonnenaufgang.
Nichts im Leben ist so wertvoll wie die Zeit.
Die Zeit ist das Einzige, was man weder kaufen noch ändern kann,
weder wiederholen noch stehenlassen kann.
Daher bedeutet Zeit Altertum, Geschichte und Tradition.
Es gibt kein höheres Gut als die Kunst die Zeit nutzen zu wissen.

 

Es wird eigener Wein abgefüllt und Ziegenkäse hergestellt. Beides kann man in der Cantina kosten und kaufen.

Zum Gebäudekomplex gehören mehrere Mühlen, ein Büro und eine Familienkapelle.

Ausserdem sind verschiedene Werkzeuge und Gegenständeaus der damaligen Zeit zu besichtigen

Bilder aus dem Leben der Menschen runden das Bild über vergangene Zeiten ab.

Die Aussenanlagen sind in mehrere Innenhöfe geteilt. Zum Landgut gehören auch Flächen, auf denen Obst und Gemüse angebaut wird und ein Gehege, wo Nutztiere, wie Hühner, Ziegen und ein Kamel gehalten werden.

Eine wirklich sehr gelungene Ausstellung, die wir uns nun endlich ansehen konnten.

Überfahrt nach Madeira

Überfahrt nach Madeira

Von La Gomera nach Madeira …

Das Wetterfenster mit Wind, der uns einigermassen komfortabel nach Madeira bringt, kam schneller, als zunächst erwartet. So wurde der Aufenthalt am Anker vor Valle Gran Rey gestrichen.

Der Plan ist vom Winde verweht, die Realität sieht mal wieder ganz anders aus.

Ein letzter Blick auf den schneebedeckten Teide

Ein letzter Blick auf den schneebedeckten Teide

Wir starten am 13.02. gegen 12.00 und setzen Kurs direkt nach Madeira.
Die Luft ist kalt. Wir haben die seit der Biskaya nicht mehr benutzten warmen Segelanzüge rausgeholt.
Für das erste Stück durch die Inseln ist kein, bzw. nicht der richtige Wind vorausgesagt. Solange der Motor läuft, soll der Wassermacher arbeiten. Mit der geförderten Wassermenge ist Wolfgang noch nicht zufrieden, die Qualität ist aber in Ordnung.

Am Nachmittag können wir Segeln. Unter Groß und Genua segeln wir zwar auf einem etwas ungemütlichen Kurs am Wind, kommen aber gut voran. In der Nacht wird der Wind weniger, dafür wird die seitliche Welle stärker. Dadurch werden wir kräftig durchgeschüttelt und aus dem Kurs geworfen. Der Autopilot muss auf 10° mehr eingestellt werden, damit wir ungefähr die Richtung behalten. Das ist für meine schon vorhandene Seekrankheit nicht gerade nützlich. Ich muss mehrmals einen Reisekaugummi nehmen, damit der Flüssigkeitshaushalt nicht zu sehr absinkt. So hart muss die Schlankheitskur nun auch nicht ausfallen!!
Am Donnerstag ist seit Mitternacht ein heller Schein am Himmel zu sehen – Madeira. Gegen Morgen werden die Lichter von Madeira immer deutlicher, die Wellen werden flacher, es wird wieder leichter, sich auf dem Schiff zu bewegen. Wir werden aber auch immer langsamer. Gegen 06.40 Uhr starten wir den Motor und nehmen die Segel weg.

Wir werden aber noch etwa 8 Stunden brauchen, bis wir in der Bucht vor Machico fest am Anker hängen.

Erstmal ausruhen, morgen das Dinghi zu Wasser lassen und an Land fahren. Die Bucht und der Ort gefallen uns, wir waren schon vor 2 Jahren hier. Die Bucht ist durch hohe Felswände gut geschützt und es ist fast windstill, trotzdem sorgt ein unangenehmer Schwell für reichlich Schaukelei. Vom Landausflug zurück ziehen wir gleich das Dinghi hoch, damit es nicht ständig gegen das Boot knallt.
Ein Blick auf die Wetterdaten zeigt, dass uns in ein paar Tagen südliche Winde nach Porto Santo tragen würden. Was danach kommt, ist allerdings alles andere als nett. Aus dem Wind wird ein Sturm, der direkt in die Ankerbucht bläst. Na, das brauchen wir nun wirklich nicht. Also müssen wir möglicht bald nach Lanzarote, solange der Wind noch aus N oder NO kommt.

… und von Madeira nach Lanzarote

Wie vor jeder größeren Überfahrt - opfern wir Rasmus einen Schluck

Wie vor jeder größeren Überfahrt – opfern wir Rasmus einen ordentlichen Schluck, um ihn milde zu stimmen

Am Montag, den 19.02. gehen wir nach nur 4 Tagen in Machico Anker auf und nehmen Kurs auf Lanzarote. Als wir die Bucht verlassen, können wir auch gleich Segel setzen. Wir kommen gut voran, nur die seitlichen Wellen machen uns wieder das Leben schwer.
Einem Frachter müssen wir ausweichen, die meisten anderen Schiffe sind so weit weg, dass wir sie nur auf dem AIS sehen. Als unser Ziel in der Ferne schon zu sehen ist, flaut der Wind ab. Wir werden zu langsam und starten den Motor. Etwas später sind auch die Wellen flacher, wir setzen den Gennacker, das bunte Leichtwind-Segel. In Rauschefahrt geht es dem Ziel entgegen, wir passieren den Leuchtturm von Playa Blanca mit 8 kn Geschwindigkeit. Dann muss das Segel eingeholt werden, wir fahren in die Marina. Nach 2 Tagen, 3 Std und 20 Minuten machen wir am Empfangssteg fest, um die Hafenformalitäten zu erledigen.

Heute fegt der Sturm über uns hinweg und wir sind froh, das unsere NEREUS in der geschützten Marina fest vertäut am Steg liegt.

Unser Trip auf der Karte:

 

Karneval auf La Gomera

Karneval auf La Gomera

Der Karneval in San Sebastian de La Gomera war schon ein Erlebnis, wenn wir auch zu Beginn etwas enttäuscht waren. Die Veranstaltung fand an zwei Wochenenden statt. Das erste Wochenende war geprägt von Darbietungen verschiedener Gruppen und Chöre in sehr phantasiereichen und aufwändigen Kostümen auf der Bühne der Plaza las Americas.

Zwischen den einzelnen Darbietungen wurden z.T. sehr lange Überleitungsreden gehalten, was die Veranstaltung langatmig bis langweilig erscheinen ließ. Eine Jury vergab Bewertungen. Wir sahen uns nur einen Ausschnitt an, den Rest konnten wir auch vom Boot aus hören.

Ab Mitternacht bis zum frühen Morgen wurden Lateinamerikanische Rhythmen gespielt. Jetzt ging es endlich fröhlich und entspannt zu.
Das nächste Wochenende begann mit den Aufführungen der besten Chöre und Gruppen.
Am frühen Sonnabend Abend war es dann endlich so weit. Vom Schulzentrum bis zum Festplatz bewegte sich ein wirklich großartiger Karnevals-Umzug durch die ganze Stadt. Es waren so viele Menschen dabei, sie kamen wohl nicht nur von der ganzen Insel, sondern auch von weiter her …

Da hat es sich doch gelohnt, dass wir noch hier geblieben sind. Die Feierlichkeiten sollen hier noch die ganze Woche weitergehen.
Wir bereiten uns und unser Schiff für die Überfahrt nach Madeira vor, denn am Dienstag geht es los …

La Gomeras reizvolle Bergwelt

La Gomeras reizvolle Bergwelt

Gegen Ende unseres Aufenthaltes auf La Gomera wollen wir noch einige Orte der Insel auf Schusters Rappen erkunden. Wir sind lange nicht mehr durch Berge gewandert, deshalb wollen wir langsam anfangen. Die meisten Ausgangspunkte für die größtenteils gut gekennzeichneten Routen kann man zwar per Bus erreichen. Aber die Busse verkehren nur 2-4 mal pro Tag auf den einzelnen Linien. Das ist uns etwas zu unsicher.
Wir mieten deshalb lieber ein Auto, was allerdings heißt, dass wir immer zum Ausgangspunkt zurückkehren müssen.
So geht es auch gleich los.

Alto Garajonay

Mit dem Auto fahren wir nach Igualero, um auf den höchsten Punkt der Insel, den Alto Garajonay zu steigen. An der Bushaltestelle beginnt der Weg mit einem ordentlichen Anstieg, der sich aber gut gehen lässt. Später wird der Weg bequemer. Oben angekommen, werden wir mit einem Ausblick über die gesamte Insel und zu den Nachbarinseln belohnt. Das sehr klare sonnige Wetter macht es möglich.

Wir geniessen diesen herrlichen ruhigen Ort und die wärmende Sonne, bevor es zum Abstieg auf demselben Weg geht. Die andere Richtung bietet dennoch völlig neue Ausblicke.

La Dama

Mit dem Auto fuhren wir noch die Strasse am Barranco Degollada del Horno nach La Dama bis zur Küste, wo eine Bananenverladestation war, die seit langer Zeit nicht mehr in Betrieb ist. Nur einige Maschinen blieben als Andenken zurück. Die Bananen, die in diesem Barranco wachsen werden jetzt in weiter oben in La Dama auf LKW’s verladen und zum Hafen in San Sebastian gebracht.

Vallehermoso

Der nächste Ausflug führte uns in den Nordwesten der Insel, nach Vallehermoso. Hier zweigt eine schmale Strasse ab, die hinunter zur Küste führt, wo sich ein künstlich angelegtes Schwimmbad direkt an der Playa de Vallehermoso befindet. Zu dieser Jahreszeit war es ausser Betrieb. Zur Anlage gehören mehrere Gebäude, in denen sich auch eine Gaststätte befindet, die natürlich auch geschlossen war.

Auf der einen Seite neben dem Schwimmbad fanden wir diese kleine Kapelle, auf der anderen Seite stand ein Schild, das den Weg zum Castillo del Mar zeigen sollte. Leider existierte der Weg nicht mehr. Wir konnten es nur aus der Ferne sehen.

Das Wetter hat umgeschlagen. Es weht ein eisiger Wind aus Nord, dazu gibt es immer wieder Regenschauer. So waren wir froh, als wir wieder im Auto saßen und die Heizung!! anmachen konnten.

Restaurant mit Panoramablick

Den Rückweg nahmen wir über die südliche Strasse, wo oben am Eingang zum Valle Gran Rey Cesár Manrique, der berühmte Maler, Bildhauer und Architekt aus Lanzarote, seine Spuren hinterlassen hat. Neben dem Mirador Manrique gibt es hier ein Restaurant mit einem herrlichen Panorama-Ausblick, das leider nicht in Betrieb ist. Den Blick kann man aber auch von den zugehörigen und frei zugänglichen Terrassen geniessen Im Vorgarten der Anlage gedeihen Sukkulenten aus verschiedenen Kontinenten. Hoch oben thront ein Windspiel, das die Handschrift Manriques verrät.

Das Wetter verschlechtert sich weiter. Allerdings kann man vom Hafen aus nicht beurteilen, wie es an anderen Teilen der Insel aussieht. Deshalb fahren wir auch immer wieder voller Hoffnung los, um dann festzustellen, dass ober dichter Nebel und damit keine Aussicht ist. Es regnet teilweise sehr stark, dazu der kalte Wind. In den höheren Lagen zeigt das Thermometer nur 5°C an. Es gibt zwar Leute, die bei diesem Wetter auf den nassen, rutschigen Wegen wandern. Wir gehören definitiv nicht dazu. So mussten wir z.B. auf die Wanderung zum Tafelberg verzichten. Aber was hätten wir davon, wenn wir oben sind und nichts sehen …

Tafelberg

Tafelberg

 

 

 

 

 

 

Schneekuppe auf dem Teide

Schneekuppe auf dem Teide

Auf dem Teide liegt Schnee!!

 

 

 

Einige kleinere Ziele suchten wir uns dennoch heraus.

 

Chorros de Epina

So kamen wir an eine Quelle im Westen der Insel ‘Chorros de Epina’, wo aus sieben Rohren Wasser lief. Eingerahmt von Picknick-Plätzen, ist das ein wirklich schöner Ort.

Fährt man von Arure nach Valle Gran Rey, sieht man kurz nach dem Ortsausgang von Arure dieses Schild. Wir stellten das Auto ab und folgten dem Weg.

 

 

 

 

 

Vorbei an diesem kleinen Stausee

führt der Weg duch den Bogen eines Aquäduktes hindurch

 

auf einem gepflasterten Weg zur kleinen Ermita del Santo, die von einem großen aus Naturstein gepflasterten Platz umgeben ist.

Es bietet sich (heute ausnahmsweise) eine wunderbare Aussicht ins Tal. Weitere Terrassen und dazugehörige Gebäude sind abgesperrt. Wird das vielleicht nur zur Osterprozession genutzt oder gibt es für diesen aufwändigen Bau noch weitere Verwendungsmöglichkeiten? Diese Frage müssen wir offen lassen ….

Am letzten Tag nutzen wir das Auto noch, um zumindest die schweren und haltbaren Teile des Proviantes einzukaufen.

Geplant haben wir, uns hier noch den Carneval anzusehen. (Der Beitrag dazu wird wohl erst verspätet erscheinen, weil dann kein Internet zum Hochladen vorhanden ist.)
Dann wollen wir wieder vor Valle Gran Rey ankern, um dann hoffentlich ein Wetterfenster zu erwischen, um nach Madeira und Porto Santo zu kommen. Von dort aus wollen wir wieder nach Lanzarote segeln.
Jetzt werdet ihr euch fragen, warum erst nach Madeira um nach Lanzarote zu kommen.
Das hat mehrere Gründe. Zum Einen ist die vorherrschende Windrichtung Nordost, also der Wind kommt genau aus der Richtung, in die wir wollen. Das würde bedeuten 200 sm mit Motor gegen Wind und Welle. Das macht keinen Spass!!

Zum Anderen haben wir in der letzten Zeit wieder einige Dinge am Boot optimiert, die auch mal in der Praxis getestet werden müssen. Auch der Langzeitaufenthalt vor Anker muss mal ausprobiert werden. So hoffen wir, dass das Wetter mitspielt und wir uns nicht in einen Hafen retten müssen. Und zu guter Letzt. Auf Porto Santo waren wir noch nicht.

Soweit wieder ein Plan. Wir werden sehen, wie die Realität aussieht.

Fiesta … Fiesta …

Fiesta … Fiesta …

La Gomera feiert

Feiern kann man auf La Gomera! Und die Gomeros feiern oft und ausgiebig. Nicht genug, dass den ganzen Dezember über bis zum 6. Januar mehrmals in der Woche mehr oder weniger aufwändige Veranstaltungen stattfanden, so ging es am letzten Sonnabend gleich weiter. Schon am Vormittag machten auf der Strasse zum Hafen Leute in bunten historischen Trachten durch laute Unterhaltung auf sich aufmerksam. Leider konnten wir nicht genau herausfinden, was hier gefeiert wurde. Es steht jedenfalls in keinem Kalender und ist für uns wohl auch nicht so wichtig. Am Nachmittag wollten wir uns das bunte Treiben aus der Nähe ansehen.

Überall sahen wir die Gomeros in diesen hübschen Trachten. Wir hatten das Gefühl, dass die komplette Insel sich für den heutigen Tag fein gemacht hat und in die Hauptstadt gekommen ist. Schon an der Strandpromenade bis in die Stadt hinein waren unglaublich viele Tische und Stühle aufgebaut. Hier saßen Familien und Freunde beieinander und aßen die verschiedenen mitgebrachten Speisen. An einer Ecke war eine kleine Bühne. Hier sangen und spielten mehrere Gruppen Lieder, die jeder hier kennt. So wurde mitgesungen und in den freien Stassen getanzt.

Am Abend waren sowohl die kleine Bühne als auch sämtliche Tische und Stühle weggeräumt. Jetzt wurde etwas andere Musik gespielt, natürlich auch live! Wir ließen den Abend mit einem Glas Wein in unserer Lieblingsbar ausklingen. Die Musik hier ging sicher noch bis in den frühen Morgen. Da hatten wir aber schon fast ausgeschlafen.

Wetterkapriolen und ungewollte Berührungen

Das Wetter im Januar hier ähnelt manchmal dem April zu Hause. Wenn dicke Wolken über den Bergen hängen und dort oben abregnen, dann kann man schon mal einen tollen Regenbogen sehen.

Regenbogen

Regenbogen

Dazu kommt Wind, oft gespickt mit kräftigen Böhen. Wenn dann Boote in den engen hinteren Reihen des Hafens anlegen müssen und der Bogen zum Liegeplatz zu eng genommen wird, dann kann es vorkommen, dass es zu Berührungen mit anderen Booten kommt. So ist es passiert, dass uns an einem Tag binnen weniger Minuten zwei ankommende Boote zu nahe kamen. Zum Glück hatte Wolfgang kurz zuvor zwei dicke Kugelfender, die seit Portugal ohne Luft in der hintersten Ecke eines Stauraumes herumlagen, wieder aufgepumpt und griffbereit am Heck positioniert. So konnte größerer Schaden verhindert werden. Ein gebrochener Flaggenstock und die verbogene Halterung des Reserveankers, der inzwischen seinen Platz an der Heckreling gefunden hatte, waren schnell wieder in Ordnung gebracht.

Wenige Tage später krachte es allerdings richtig. Wir hörten das Boot nicht kommen, das neben uns auf der anderen Seite vom Fingersteg festmachen wollte. Erst ein Krachen und ein kräftiger Ruck durchs Boot ließ uns aufschrecken. Da sahen wir das Boot ziemlich schnell in den Liegeplatz einbiegen. Es war gegen den Steg gefahren, hatte eine Klampe völlig verbogen und über den Steg hinweg mit dem Anker, der an einem riesigen Bugsprit hing, unser Boot gerammt und eine tiefe Schramme hinterlassen, den Relingsdraht beschädigt und das gerade erst angebrachte Relingsnetz aus einer Befestigung gerissen. Ich möchte nicht daran denken, was passiert wäre, wenn der Steg nicht als Prellbock da gewesen wäre. Sicher hat auch das Relingsnetz größeren Schaden im oberen Bereich verhindert. Dem Skipper des Unglücksbootes war das natürlich ausgesprochen unangenehm, er regelte den Schaden sehr kulant.

Wie ich in zurückliegenden Artikeln schon öfter erwähnt habe, hatten auch wir schon oft Probleme mit starken Böhen beim Anlegen, besonders mit dem alten Boot. Glücklicherweise konnten wir bisher immer verhindern, dass andere Boote beschädigt wurden. Wir hoffen auch, dass das immer so bleibt.