Angekommen auf den Kanarischen Inseln

18.08.2015Logbuch

Unser erstes großes Ziel haben wir erreicht

Cascais

ist eine größere Stadt und sehr touristisch. Am gesamten Ufer stehen große Hotels. Es ist immer irgendwo was los. Die Stadt hat uns trotzdem gut gefallen.

Lisboa

Am Sonntag waren wir mit einem Touristen Bus in der portugiesischen Hauptstadt. Ein Tag ist sicherlich viel zu wenig dafür. Uns hat es aber gereicht. Nach der Ruhe auf dem Wasser hat uns die Stadt vollkommenen überfordert. Einige Fotos haben wir gemacht, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Eine interessante Nebensache sind die aufwändigen Muster im Straßenpflaster, die manchmal auch optische Täuschungen hervorrufen.

Nach Lanzarote

Am Mittwoch wollen wir zur Überfahrt nach Lanzarote starten. Morgens fahren wir mit dem Dinghi nochmal an Land, um frische Lebensmittel zu kaufen. Dann muss das kleine Boot, das während der Tour durch die Rias einfach auf dem Vorschiff befestigt wurde, zusammengeklappt an der Reling festgezurrt werden. Essen für die nächsten 2 Tage hat Wolfgang gestern schon vorgekocht.
Gegen 13.30 Uhr sind wir so weit und gehen Anker auf. Eine halbe Stunde später können wir schon die Genua setzen. Es geht in Rauschefahrt mit 6-7 kn vorwärts. Nur die Selbststeuer- Anlage macht uns zu schaffen. Der Autopilot will einfach nicht. Als wir schon wieder zurück zum Ankerplatz fahren wollen, funktioniert sie endlich. Die Windfahne lässt sich aber bei dem kräftigen Wind nicht justieren.
Gegen 17.30 Uhr verschwindet Portugal langsam am Horizont.
Die erste Nacht auf See vergeht relativ ruhig. Ein paar Schiffe, die zum Verkehrstrennungsgebiet fahren, müssen wir beobachten, dann sind wir alleine. Auch der Wind beruhigt sich.
Am Donnerstag starten wir morgens den Motor, um nicht zu lange herum zu dümpeln. Am Nachmittag gibt es wieder Wind. Motor aus – Ruhe!
Gestern war im Wetterbericht ein Starkwindgebiet zu sehen, das wir gerne umfahren wollen.
Am Nachmittag haben wir endlich die neuen Wetterdaten. Wir sind etwas schneller als angenommen und kommen hoffentlich gut durch.
Der voraus gesagte Wind lässt auch nicht lange auf sich warten und nimmt weiter zu.
Wir reffen die Genua, bevor Wolfgang sich schlafen legt. Später rollen wir die sie ganz ein und setzen die Kutterfock. Das kleine Vorsegel zieht uns immer noch mit 5 kn vorwärts. Zusätzlich haben wir seitliche Dünung von mehr als 2m Welle. Dadurch wird es im Boot sehr unangenehm. Es rollt und stampft. Wir haben den Kurs etwas nach Osten verlegt in der Hoffnung, dort nicht ganz so viel Wind zu erwischen. Dafür ist der Weg etwas länger.
Am Freitag gegen 04.00 Uhr weichen wir einem Frachter aus, der unseren Weg kreutzt.
Wenig später weht der Wind mit 7-8 Bft, die erste Welle hat bereits ins Cockpit gespritzt. Als es dämmert, nehmen wir die Kutter weg und fahren unter Maschine.
Am Vormittag habe ich neue Wetterdaten. Bis heute Abend bleibt uns das Starkwindgebiet erhalten. Hoffentlich wird es dann wirklich besser, dass sich der Umweg gelohnt hat. Wir sind dadurch mindestens einen Tag länger auf See.
Am Nachmittag sehen wir Delfine. Der Wind hat etwas nachglasssen, die Dünung ist geblieben. Wir können wieder segeln.
Durch diese hohe Dünung und das damit verbundene Rollen, haben wir beide keinen Appetit. Unsere Ernährung besteht aus Bananen, Power Riegel und trockenen Brötchen. Dazu natürlich viel Wasser.
In der Koje ist an Schlaf nicht zu denken. Man muss sich ständig irgendwo festhalten.
Sonnabend, 08.08.15
Immer wenn wir glauben, dass der Wind etwas nachlässt, frischt er sofort wieder auf. Durch dieses ewige Rollen wird man total apathisch. Arbeiten, die an Bord zu erledigen wären, lässt man besser sein. Das Boot kann urplötzlich von einer Welle auf die Seite gelegt und im nächsten Moment auf die andere Seite geschleudert werden. Wir keilen uns mit Kissen gepolstert auf der Salonbank ein. Das ist auch der Platz, an dem wir etwas Schlaf finden. Wirklich regelmäßig, etwa alle 20 Minuten,  steigt einer von uns ins Cockpit, um am Horizont nach Schiffen zu suchen, die vielleicht unseren Weg kreuzen könnten. Die sind aber alle weit weg. Der Kurs muss beobachtet werden und die Wettervorhersage sollte einmal am Tag aktualisiert werden.
Sonntag
Wir haben gerade wieder aktuelle Wetterdaten geladen. Die gute Nachricht: die starken Winde sind vorbei und die schlechte Nachricht: der Wind wird so schwach, dass wir unter Segel keine vernünftige Geschwindigkeit erreichen. Der Motor läuft also mit.
Wir möchten gerne morgen ankommen.
Der schwächere Wind hat auch den Vorteil, dass die Wellen kleiner sind und das Rollen nachgelassen hat. Es ist angenehm warm. Der Wassertank ist noch gut halb voll. So nutzen wir die Gelegenheit und gönnen uns eine Süßwasser-Dusche im Cockpit.
Montag, 10.08.15
Genua und Perkins ziehen uns jetzt vorwärts. Beide zusammen schaffen fast 6kn, so dass wir am Nachmittag La Graciosa erreichen werden. Der Wind hat etwas zugenommen, damit aber auch die Wellen und die Schaukelei.
Wen wundert’s, bei der Ankunft ist wieder heftiger Wind.
Gegen 18.20 Uhr fällt der Anker in der Bucht Playa Francesca, der einzigen legalen Ankerbucht vor La Graciosa. Leider ist der Halt nicht von langer Dauer. Wir müssen mehrere Anläufe nehmen. Ein Franzose von einem anderen Boot kommt mit seinem Paddelboot zu uns ran und zeigt uns, wo besserer Ankergrund ist. Das war sehr nett und bei dem tosenden Wasser nicht ganz einfach. Dann hält endlich der Anker.
Wir sind in La Graciosa angekommen!

Es liegt brauner Staub in der Luft. Unser Deck ist total verdreckt davon. Das ist eine Calima-Wetterlage, die auf den Kanaren 2-3 mal im Jahr auftritt. Sie bringt mit starken NO-Winden Sand aus der Sahara über den Atlantik.
Mittwoch, 12.08.15
Der starke Wind, der hier schon fast die ganze Zeit weht, wird heute Abend zum Sturm. Wir haben 8-9 Bft. Etwa um 20.15 Uhr starten wir vorsichtshalber die Maschine, um die Ankerkette zu entlasten bzw.fahren zu können, falls sich der Anker lösen sollte. Nach einer Stunde machen wir die Maschine wieder aus. Der Wind lässt ein bisschen nach. Wenn das in der Nacht so weiter geht, kommen wir wohl nicht zum Schlafen.
Eigentlich wollten wir uns hier von der Überfahrt erholen und die Insel erkunden, aber dieser Rodeo-Ritt ist alles andere als Erholung. Hoffentlich ist es bald vorbei, dass wir nach Lanzarote in die Marina fahren können.
Donnerstag.
Die Nacht war unruhig. Gegen Mittag stürmt es wieder. Diesmal aus Süd, so dass wir in eine Legerwall Position kommen. Eigentlich kommt der Wind aus Nord, trifft auf die hohen Felsen von Lanzarote und wird dort reflektiert. Wie auch immer, in dieser Situation reißt dann noch die Teufelskralle, die Verstärkungsleine an der Ankerkette. Mit voller Motorkraft müssen wir uns vom felsigen Ufer freihalten bis Wolfgang einen Ersatz angebracht hat. Dann wird es etwas ruhiger. Wie wir später feststellen, sind durch diese Aktion und auch durch die heftigen Bewegungen im Sturm einige Schäden am Bug entstanden. Der Anker ist völlig verbogen und muss ersetzt werden. Aber er hat bis zum Schluss gehalten.
Laut neuen Wetterdaten müsste morgen früh eine Möglichkeit sein, diesen Ankerplatz zu verlassen und in die Marina im Süden von Lanzarote zu fahren. Es reicht hier auch. Wegen der Wetterverhältnisse sind wir nicht mal an Land gekommen, obwohl das seit Monaten unser Ziel ist.

Endlich nach Lanzarote

Am Freitag starten wir schon um 5.30 Uhr. Es ist noch tiefschwarze Nacht. Dank GPS finden wir sicher und bei wenig Wind den Weg aus der Ankerbucht. Wir fahren auf der West-Seite der Insel in Richtung Süden. Es läßt sich gut Segeln, Der Motor läuft allerdings oft mit. Zwischendurch erwischt uns eine kräftige Böhe, die das Schiff auf die Seite legt und den Autopiloten überfordert.
Gegen 12.15 Uhr laufen wir bei fast Windstille in den Hafen ein. Wieder müssen wir erst an den Empfangssteg nahe dem Hafenbüro. Dann bekommen wir unseren Platz zugewiesen, der verführerisch nahe vor den vielen Restaurants und Läden im Hafen liegt.

Lanzarote, die nördlichste der Kanarischen Inseln, unser erstes großes Ziel haben wir erreicht. Hier werden wir einige Wochen bleiben. Wir bekommen Familienbesuch. Das Boot ist für einige Reparaturen in der Werft angemeldet. Mindestens bis Ende des nächsten Jahres wollen wir auf jeder der kanarischen Inseln einen längeren Aufenthalt einplanen.
Wir werden also jetzt wieder in ein ganz normales Leben eintauchen und melden uns nur, wenn es etwas Besonderes zu berichten gibt.

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Hallo wir sind Sigrid und Wolfgang – wir segeln mit unserer Segelyacht NEREUS in die Welt. Begleite uns auf unserem Blog. Weiter Lesen

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