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Blick von der Playa de Cuevas

La Gomera feiert

Feiern kann man auf La Gomera! Und die Gomeros feiern oft und ausgiebig. Nicht genug, dass den ganzen Dezember über bis zum 6. Januar mehrmals in der Woche mehr oder weniger aufwändige Veranstaltungen stattfanden, so ging es am letzten Sonnabend gleich weiter. Schon am Vormittag machten auf der Strasse zum Hafen Leute in bunten historischen Trachten durch laute Unterhaltung auf sich aufmerksam. Leider konnten wir nicht genau herausfinden, was hier gefeiert wurde. Es steht jedenfalls in keinem Kalender und ist für uns wohl auch nicht so wichtig. Am Nachmittag wollten wir uns das bunte Treiben aus der Nähe ansehen.

Überall sahen wir die Gomeros in diesen hübschen Trachten. Wir hatten das Gefühl, dass die komplette Insel sich für den heutigen Tag fein gemacht hat und in die Hauptstadt gekommen ist. Schon an der Strandpromenade bis in die Stadt hinein waren unglaublich viele Tische und Stühle aufgebaut. Hier saßen Familien und Freunde beieinander und aßen die verschiedenen mitgebrachten Speisen. An einer Ecke war eine kleine Bühne. Hier sangen und spielten mehrere Gruppen Lieder, die jeder hier kennt. So wurde mitgesungen und in den freien Stassen getanzt.

Am Abend waren sowohl die kleine Bühne als auch sämtliche Tische und Stühle weggeräumt. Jetzt wurde etwas andere Musik gespielt, natürlich auch live! Wir ließen den Abend mit einem Glas Wein in unserer Lieblingsbar ausklingen. Die Musik hier ging sicher noch bis in den frühen Morgen. Da hatten wir aber schon fast ausgeschlafen.

Wetterkapriolen und ungewollte Berührungen

Das Wetter im Januar hier ähnelt manchmal dem April zu Hause. Wenn dicke Wolken über den Bergen hängen und dort oben abregnen, dann kann man schon mal einen tollen Regenbogen sehen.

Regenbogen

Regenbogen

Dazu kommt Wind, oft gespickt mit kräftigen Böhen. Wenn dann Boote in den engen hinteren Reihen des Hafens anlegen müssen und der Bogen zum Liegeplatz zu eng genommen wird, dann kann es vorkommen, dass es zu Berührungen mit anderen Booten kommt. So ist es passiert, dass uns an einem Tag binnen weniger Minuten zwei ankommende Boote zu nahe kamen. Zum Glück hatte Wolfgang kurz zuvor zwei dicke Kugelfender, die seit Portugal ohne Luft in der hintersten Ecke eines Stauraumes herumlagen, wieder aufgepumpt und griffbereit am Heck positioniert. So konnte größerer Schaden verhindert werden. Ein gebrochener Flaggenstock und die verbogene Halterung des Reserveankers, der inzwischen seinen Platz an der Heckreling gefunden hatte, waren schnell wieder in Ordnung gebracht.

Wenige Tage später krachte es allerdings richtig. Wir hörten das Boot nicht kommen, das neben uns auf der anderen Seite vom Fingersteg festmachen wollte. Erst ein Krachen und ein kräftiger Ruck durchs Boot ließ uns aufschrecken. Da sahen wir das Boot ziemlich schnell in den Liegeplatz einbiegen. Es war gegen den Steg gefahren, hatte eine Klampe völlig verbogen und über den Steg hinweg mit dem Anker, der an einem riesigen Bugsprit hing, unser Boot gerammt und eine tiefe Schramme hinterlassen, den Relingsdraht beschädigt und das gerade erst angebrachte Relingsnetz aus einer Befestigung gerissen. Ich möchte nicht daran denken, was passiert wäre, wenn der Steg nicht als Prellbock da gewesen wäre. Sicher hat auch das Relingsnetz größeren Schaden im oberen Bereich verhindert. Dem Skipper des Unglücksbootes war das natürlich ausgesprochen unangenehm, er regelte den Schaden sehr kulant.

Wie ich in zurückliegenden Artikeln schon öfter erwähnt habe, hatten auch wir schon oft Probleme mit starken Böhen beim Anlegen, besonders mit dem alten Boot. Glücklicherweise konnten wir bisher immer verhindern, dass andere Boote beschädigt wurden. Wir hoffen auch, dass das immer so bleibt.

Fiesta … Fiesta …